Kommentar Millionengrab am Rheinufer

Eigentlich klingen 650.000 Euro nach viel Geld. In einem riesigen, alten Gebäude wie der Beethovenhalle allerdings lassen sich mit dieser Summe nur die schlimmsten Mängel beheben. Die Besucher werden davon wenig merken.

Die abgenutzten Böden, die uralten blauen Stühle, die maroden Abhangdecken - es bleibt der Eindruck einer Mehrzweckhalle, deren gute Tage längst vorüber sind.

Wie bei den meisten öffentlichen Gebäuden ist der Sanierungsstau unübersehbar, weil die Stadt jahrzehntelang nicht genug investiert hat. Um in der Beethovenhalle im Jahr 2020 den 250. Geburtstag ihres Namensgebers angemessen feiern zu können, müsste Bonn gewaltige Summen aufbringen: Nach Angaben der Stadtverwaltung zwischen 30 und 43 Millionen Euro.

Die verschuldete Kommune müsste dafür einen Kredit aufnehmen. Dass sie das verkraften kann, bezweifelt aber nicht nur CDU-Fraktionschef Klaus-Peter Gilles. Bleibt die Hoffnung auf den privat finanzierten Bau eines neuen Festspielhauses, für den sich der Post-Konzern, Oberbürgermeister Nimptsch und IHK-Präsident Grießl engagieren. Der Erfolg ist noch ungewiss.

Ob mit oder ohne Festspielhaus: Die denkmalgeschützte Beethovenhalle wird noch Abermillionen verschlingen. Kommt das Festspielhaus, dürfte sie der Stadt aber mehr Geld einbringen als bisher. Weil das Beethovenorchester im Konzerthaus proben würde, könnte die Beethovenhalle häufiger für Messen und Feste vermietet werden.