Bonn und Minsk Seit 20 Jahren sind die beiden Städte Partner

BONN · Vor 20 Jahren wünschten sich die Bürger der weißrussischen Hauptstadt Minsk, Beziehungen zur Bundesstadt Bonn aufzubauen. Dem kam ihr damaliger Stadtrat nach und schickte eine Delegation an den Rhein.

Eine Ansicht der Minsker Altstadt überreichen Andrei Giro (v on links)und Anna Sasnovskaja an Jürgen Nimptsch und Hans Daniels.

Eine Ansicht der Minsker Altstadt überreichen Andrei Giro (v on links)und Anna Sasnovskaja an Jürgen Nimptsch und Hans Daniels.

Foto: Nicolas Ottersbach

Am 5. September 1993 vereinbarten die beiden Städte, dass sie auf kommunaler Ebene zusammenarbeiten wollen, erinnert sich der damalige Bonner Oberbürgermeister Hans Daniels. Seitdem hat es mehr als 1000 Begegnungen von Künstlern, Dutzende von Jugendbegegnungen, zahlreiche Projekte, Seminare und Expertenbesuche aus den Stadtverwaltungen gegeben. "Die Bilanz der 20-jährigen Partnerschaft ist beeindruckend", sagte OB Jürgen Nimptsch bei der Jubiläumsfeier im Alten Rathaus.

Zu der kam der weißrussische Botschafter Andrei Giro aus Berlin nach Bonn. "Diese Beziehungen haben einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, dass das Verhältnis zwischen Deutschland und Belarus besser geworden ist", sagte Giro. Die Städtepartnerschaft lebe vom gegenseitigen Austausch, über die Jahre hätten Universitäten, Vereine und Unternehmen ein enges Netz aufgebaut.

Der 1995 gegründete Minsk-Club Bonn habe dazu viel beigetragen. "Wer einmal die Gastfreundschaft in Belarus genossen hat, den lassen Land und Leute nicht mehr los", heißt es vom Verein. Davon konnte auch Daniels berichten: Bei einem Besuch mussten er und seine Bonner Begleiter ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellen.

"Nicht alle vertrugen diese Art der Gastfreundschaft", sagte er. Auf internationaler Ebene gibt es meist nur wenige Informationen, was in dem Land vorgeht, das oft als letzte Diktatur Europas bezeichnet wird. "Umso wichtiger ist es, dass wir auf der kommunalen Ebene Begegnungen ermöglichen und mehr übereinander erfahren und voneinander lernen", sagte Nimptsch. Das sah auch Giro so und lud die Bonner ein: Zur Eishockey-WM im Mai habe die Regierung die Visa-Freiheit ausgerufen.

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