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Wegen Coronavirus mehr Abstand halten: Wie Supermärkte in Bonn den Einlass kontrollieren

Wegen Coronavirus mehr Abstand halten : Wie Supermärkte in Bonn den Einlass kontrollieren

Bonner Supermärkte richten wegen Corona Einlasskontrollen ein, um die Anzahl der Kunden zu begrenzen. Die Stadt überprüft die Maßnahmen und hat bisher nichts zu beanstanden.

Die Bonner Supermärkte und Discounter machen während der Corona-Krise so große Umsätze wie lange nicht. Viele Kunden kaufen aus Angst vor Versorgungsengpässen mehr Lebensmittel und Hygieneartikel. Konfliktpotenzial bergen  die Einlassbeschränkungen, um das Infektionsrisiko zu senken. Vielerorts stoßen die Regelungen aber auch auf Verständnis.

„Bitte Abstand halten!“ – Nicht zu übersehen sind die neuen Warnschilder in den Gängen vieler Läden. Wie viele andere beschränkt Aldi-Süd seit dieser Woche den Einlass in seinen Filialen. Wenn durch hohes Kundenaufkommen ein „Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Kunden und Mitarbeitern nicht mehr eingehalten“ werden könne, müsse der Einlass beschränkt werden, wie eine Sprecherin des Unternehmens mitteilt. Aldi-Süd appelliert in diesem Zusammenhang auch an seine Kunden, nach Möglichkeit bargeldlos zu bezahlen.

Schon vor der Ladenöffnung Schlange stehen

An einem anderen Bonner Supermarkt stehen Kunden neuerdings schon vor der Ladenöffnung Schlange, wie ein Sicherheitsmitarbeiter des Geschäfts berichtet. „Es ist normal, dass morgens hier schon 35 bis 40 Kunden auf Einlass warten“, erzählt er. Abstandsmarkierungen auf dem Boden der Kassenbereiche sollen ein Ansteckungsrisiko ebenfalls verringern. Allerdings werden diese noch häufig übersehen.

Wie einige Kunden und Mitarbeiter in Supermärkten feststellen, geht diese Neuregelung nicht selten mit Auseinandersetzungen einher. „Missachtung der Abstandsvorgabe kommt schon hin und wieder vor“, berichtet Andrea Gebranzig aus Beuel, die zufrieden mit der neuen Sicherheitsmaßnahme ist. Sie hat beim Einkauf schon einige Diskussionen an der Kassenschlange beobachtet. „Viele Kunden beschweren sich, wenn die Regel missachtet wird“, sagt die 54-Jährige.

(Dieses Video entstand in einer Kooperation aus WDR und GA.)

Auch der Sicherheitsmitarbeiter kann das bestätigen. „Wir haben hier schon allerhand erlebt. Hier vergeht kein Tag, an dem es nicht zu Streitigkeiten kommt“, bedauert er. Viele Kunden verstünden den Sinn der Beschränkung nicht. „Manche sind aber auch einfach nur ungeduldig und beschweren sich gerne über den neuen Regierungsbeschluss“, sagt er. Dabei dauere die Wartezeit zum Einlass ins Geschäft meist nur fünf Minuten. Er lässt lieber ein paar weniger Menschen hinein, „da sie oft ähnliche Produkte in den Regalen suchen und sich an den entsprechenden Stellen näherkommen.“ Er habe den Eindruck, das Hamstern habe nicht nachgelassen. „Die Kollegen füllen morgens um 8 Uhr alle Waren auf, und schon mittags ist vieles ausverkauft.“

Maximal 200 Kunden gleichzeitig im Laden sind erlaubt

Die vier Edeka-Geschäfte der Familie Mohr in Bonn und der Umgebung kommen mit den neuen Regelungen gut zurecht. „Die Kunden halten sich zum größten Teil daran“, sagt Christopher Mohr. Um einen Überblick zu behalten, habe man beispielsweise die vielen Eingänge an der Bornheimer Straße auf einen reduziert. „Zudem achtet unser Personal immer darauf, dass nicht zu viele Kunden im Geschäft sind.“ Etwa 200 dürften gleichzeitig eintreten, was unter der Woche unproblematisch sei. „Mittlerweile normalisiert sich die Lage, im Laden verläuft es sich“, sagt Mohr. Da am Wochenende mehr Betrieb herrsche, würde man dann Sicherheitspersonal am Eingang einsetzen. „Kein einziger war dabei, den es gestört hat, wenn man kurz vor der Tür warten musste. Alle haben Verständnis.“

Auch Rewe- und Pennymärkte, die beide zu einem Konzern gehören, regulieren den Kundenzulauf, wo es nötig ist. „Dies kann sowohl durch Einlasskontrollen als auch durch die Beschränkung der Anzahl der Einkaufswagen beziehungsweise -körbe geschehen. Über die aktuelle Situation informiere man mit Hinweisschilder oder auch über die Lautsprecher in den Märkten. „Einen wichtigen Beitrag zum Schutz können also auch unsere Kunden leisten, indem sie Abstand halten und sich besonnen und respektvoll verhalten.“

Der städtische Ordnungsdienst hatte bei den Bonner Supermärkten und Discountern noch nichts zu beanstanden. „Er geht Hinweisen auf Geschäfte nach, deren Betreiber sich nicht an die Zugangs-, Abstands- und allgemeinen Hygieneregelungen sowie die maximal zulässige Kundenanzahl im Verkaufsbereich halten sollen“, erklärt Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Außerdem würden die Geschäfte, die noch öffnen dürfen, bei der täglichen Streifenfahrten überprüft. Sollten Verstöße gegen die Regelungen festgestellt werden, würden sie geahndet. „Bislang war das noch nicht notwendig, da sich die Geschäftsinhaber sehr vernünftig und umsichtig verhalten. Einlasskontrollen sind vorhanden, Schutzvorrichtungen für Beschäftigte wurden installiert, und es ist noch kein Geschäft aufgefallen, das übermäßig voll war.“