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Kommentar zu Aus für Hundekot-Beutel in Wachtberg: Gefahr für die Gesundheit

Kommentar zu Aus für Hundekot-Beutel in Wachtberg : Gefahr für die Gesundheit

Das Problem bei den kostenlos zur Verfügung gestellten Kotbeuteln sind nicht die Tüten und nicht der Hund. Sondern Herrchen oder Frauchen, meint GA-Redakteurin Silke Elbern.

In der Natur scheinen für viele Hundehalter andere Gesetze zu gelten als im heimischen Garten. Wie sonst ist zu erklären, dass Hinterlassenschaften der geliebten Vierbeiner im eigenen Umfeld natürlich entfernt, auf beliebten Gassirouten dann aber häufig sich selbst überlassen werden?

Noch unverständlicher mutet es an, wenn der Kot zwar aufgesammelt wird, der Besitzer die Tüte aber nicht zum nächsten Mülleimer trägt, sondern in Sträucher oder auf Felder schmeißt. „Geht’s noch?“, möchte man da auf Spaziergängen mit dem eigenen Vierbeiner regelmäßig ausrufen. „Es geht nicht mehr“, haben die Landwirte im Ländchen entschieden und sich mit ihren Sorgen ans Rathaus und ihre Ortsvertretungen gewandt.

Viele Felder nämlich dienen der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln. Und Hundekot riecht eben nicht nur undelikat, sondern ist häufig mit Bakterien belastet. Er kann also eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Ob hier der Beschluss von Politik und Verwaltung zur Abschaffung der Tütenspender Abhilfe leisten kann, wird sich zeigen. Denn das Problem ist ja nicht (nur) die Tüte und schon gar nicht der Hund. Das Problem sind ignorante Besitzer, die sich für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht zuständig fühlen. Natürlich gehört es nicht zu den ureigensten Aufgaben einer Gemeinde, kostenlos schwarze Beutel zu stellen, wie Andreas Wollmann im Ausschuss richtig feststellte. Doch am Ende sind die grünen Spenderboxen vielleicht eine unausgesprochene Ermahnung oder gar Einladung. In Bonn hat diese Einsicht nach einer dreijährigen Tütenpause schließlich wieder Früchte getragen.