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Telekom Baskets Bonn: Kommentar zur Entlassung von Thomas Päch

Kommentar zur Trainerentlassung in Bonn : Schade, aber notwendig

Als Rohdiamant wurde Thomas Päch zu Saisonbeginn gehandelt, als er den Posten des Trainers in Bonn übernahm. Jetzt kämpfen die Baskets gegen den Abstieg in der Bundesliga und ihnen läuft die Zeit davon - die Entlassung ist schade, aber notwendig. Ein Kommentar.

Die Tabelle der Basketball-Bundesliga weist die Telekom Baskets als Abstiegskandidaten aus. Bei den Crailsheim Merlins haben sie auch wie einer gespielt. Insofern war es an der Zeit, sich von der lange praktizierten Politik der Geduld mit Trainer Thomas Päch und seinen Neuerungen zu verabschieden.

Päch war vor der Saison als so etwas wie der Rohdiamant unter den deutschen Basketballtrainern gehandelt worden und entfachte in Bonn euphorische Vorfreude. Sein Konzept musste jedoch bereits während einer enttäuschenden Hinrunde zu den Akten gelegt werden. Der radikale Umbruch war zu ambitioniert.

Das Verpassen der Playoffs mag beim Experiment Päch eingepreist gewesen sein, der Abstieg war es sicher nicht. Insofern war das Spiel in Crailsheim statt des fulminanten Starts einer Aufholjagd ein Alarmsignal: Es deutete eine gefährliche Gemengelage an. Von Wiedergutmachung war die Rede, die Baskets hatten im Hinspiel mit 82:114 die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte kassiert. Aber da war keine Spur von Wiedergutmachung. Haarsträubende Fehler führten zu kopflosem Gezocke.

Sämtliche Auszeiten verpufften wirkungslos. Auch die Halbzeitansprache blieb ohne offensichtlichen Effekt. Da stand deutlich die Frage im Raum, ob der Trainer sein Team überhaupt noch erreicht. Festzustellen, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielte, wäre eine Unterstellung, dass sie nicht mit letzter Konsequenz für ihn kämpfte, ist eine Beobachtung.

Als wäre das nicht schon beängstigend genug: Beinahe parallel hatte der Mitteldeutsche BC in Göttingen gespielt. Das Auftreten des Tabellenletzten muss den Baskets zusätzlich Sorgen bereiten. Der MBC verlor zwar ebenfalls, brachte aber deutlich mehr seiner PS auf die Straße – und zeigte eine ganz andere Körpersprache. Gemessen an diesen Leistungen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis das Schlusslicht die Hardtberger überholt.

Wäre der Auftritt beim 66:85 der Maßstab für die Rückrunde, müssten sich die Bonner mit dem auf dem Hardtberg undenkbaren Szenario zweite Liga ernsthaft befassen. Das wollen/müssen sie unbedingt vermeiden.

Das Erreichen des Champions-League-Achtelfinales hat Päch nicht geholfen. Das Hauptgeschäft ist die Bundesliga, und da läuft den Baskets die Zeit davon. Bonn musste jetzt reagieren. Das ist schade. Denn irgendwann wird wahrscheinlich ein Verein von den Erfahrungen des ehemaligen Rohdiamanten in dieser verrückten Saison profitieren. Die Baskets werden es nicht.