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Spannung und Konzentration: Gesprächskonzert im Uni-Club

Spannung und Konzentration : Gesprächskonzert im Uni-Club

„Unglaublich“, entfuhr es einer Konzertbesucherin im Uni-Club, nachdem die Pianistin Hanna Bachmann die Schlusstakte der Diabelli-Variationen von Beethoven in die Tasten gehämmert hatte. Unter dem Motto „Ausgerechnet Diabelli“ stand dieses Klavierwerk im Zentrum eines Gesprächskonzertes, das das Netzwerk Ludwig van B. organisiert hatte.

Und unglaublich war in der Tat das, was Bachmann in den gut 50 Minuten zuvor geleistet hatte. Für Pianisten wie Hörer stellt dieses Werk eine harte Prüfung dar: Die Schwierigkeiten sind exorbitant, die Komposition zuweilen sperrig, das Zuhören mitunter eine Geduldsübung.

Diese zu meistern, hatten Bachmann und zuvor Andreas Eckhardt dem Publikum das nötige Rüstzeug mit auf den Weg gegeben: in die Zeit Eckhardts als Direktor des Beethoven-Hauses fiel die Erwerbung des Autographs der Diabelli-Variationen, die durch eine konzertierte Spendenakquise erst möglich wurde und für die Beethoven-Forschung ein bedeutender Schritt war.

„Nur vom Autograph geht die Aura des schöpferischen Aktes selbst aus“, so Eckhardt in seiner eloquenten Einführung. Er skizzierte unter anderem die Entstehungsgeschichte und hob die Bedeutung dieser Erwerbung hervor: „Gegenwärtig ist keine größere und bedeutendere Handschrift Beethovens bekannt, die zum Verkauf stünde.“

Nicht weniger eloquent ging Hanna Bachmann danach auf einige  der immerhin 33 Variationen ein, von denen eigentlich nur eine hätte komponiert werden sollen. Die hatte nämlich der Verleger Anton Diabelli auf ein von ihm selbst komponiertes Walzer-Thema von verschiedenen Komponisten seiner Zeit erbeten.

Beethoven aber ließ sich bitten und übertrumpfte am Ende alle mit seinem gigantischen Variationswerk. Das war bei Bachmann in den besten Händen, die im Übrigen auch ihre Dissertation über die Diabelli-Variationen verfasst hat.

Naturgemäß war sie also mehr als nur kompetent, diesen Zyklus in Wort und Ton zu vermitteln. Die Doppelbelastung sorgte zwar dafür, dass ihr Spiel etwa in der zweiten Variation noch teilweise etwas fahrig wirkte, doch fing sie sich nach dem forschen Anfang schnell und bewältigte das Riesenwerk mit Spannung und Konzentration.