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Glosse: Lüpertz, der Bild-Künstler

Glosse : Lüpertz, der Bild-Künstler

Kein "Malerfürst"sondern ein "Fürst der Kunst": Markus Lüpertz stellt in der Duisburger Küppersmühle aus, und Bildzeitungs-Herausgeber Kai Diekmann bewertet ihn als einen der "ganz großen dieser Zeit"

Nein, einen Malerfürsten will er sich nicht nennen lassen, wiewohl Markus Lüpertz diesen Mythos genährt hat wie kein anderer. Wie gerne gibt er sich als „gut gekleideter Herr mittleren Alters“ mit Spitzbart, Hut und Stock wie eine Künstlerfigur aus dem 19. Jahrhundert. Das Jahrhundert der Malerfürsten. Er sei kein Malerfürst, sondern – ein Fürst der Kunst, stand jetzt in der in allen Adelsfragen sattelfesten Bild-Zeitung. Wir versuchen den Gegensatz zu ergründen. Es gelingt nicht.

Außerdem vermeldet die Bild über Lüpertz: „Das Banale ist ihm zuwider, in jeder Hinsicht – ein Romantiker, konsequent und unbeirrt von den Krisen der Zivilisation.“ Und: „Aber für seine Gemälde und Skulpturen gilt: Sie sind keine Stellungnahme zur Wirklichkeit. Die Realität ist nur die Folie für die Entwicklung der künstlerischen Fantasie.“

Die Bild-Zeitung macht auf Feuilleton, und ihr oberster Kunstkritiker ist kein geringerer als der mächtige Bild-Chef Kai Diekmann, der für die Düsseldorfer Lüpertz-Show persönlich in die Tasten griff. „Es geht kein Weg vorbei. Es gibt kein Mittel gegen mich“, scheibt Diekmann nicht über die eigene Person, sondern über einen anderen Mann, der „sich selbst Genie“ nennt: Markus Lüpertz, „einer der ganz Großen dieser Zeit, einer der Haltung hat und zeigt“.

Lüpertz ist zum Bild-Künstler geworden. Und Kai Diekmann sein mächtiger Promotor. Und er ist noch viel mehr: Zum Beispiel im Vorstand der Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V., die hinter der Lüpertz-Ausstellung in dem Duisburger Museum Küppersmühle steht. Schön, dass Diekmann Zeit fand, für seinen Freund, den Stiftungs- und Museumschef Walter Smerling, und den Fürsten der Kunst etwas zu tun.