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Bad Neuenahrer Konzertmuschel zieht um

Spektakulärer Transport in Bad Neuenahr : Konzertmuschel aus dem Kurpark zur Restaurierung abgeholt

Spektakulärer Transport im Kurpark von Bad Neuenahr: Unter Aufsicht der Denkmalbehörde ist am Dienstag die Konzertmuschel zur Restaurierung abgeholt worden. Tieflader und Schwerlastkran waren nötig, um die tonnenschwere, sieben Meter hohe Muschel zu bewegen.

Im Wortsinne auf eine kleine Reise ist am Dienstag die Konzertmuschel des Bad Neuenahrer Kurparks gegangen. Im Dezember ausgebaut und in der früheren Konzerthalle zwischengelagert, wurde die unter Denkmalschutz stehende Konstruktion  auf den Parkplatz  hinter dem alten Kurparkcafé gebracht. Dort soll sie restauriert werden und ihres späteren Einbaus in eine neue Konzerthalle harren.

Schweres Gerät war bereits am frühen Morgen im Kurpark aufgefahren: Tieflader und Schwerlastkran nebst Servicefahrzeugen. Zuvor war ein Teil der bisherigen Nordfassade der Konzerthalle herausgebrochen worden, um die sieben Meter hohe und vier Meter breite Muschel auf ihrem Transportgerüst auf ein vorbereitetes Podest zu ziehen.

Vor dort ging es dann per Kran auf den Tieflader. „Das Transportgerüst ist so konstruiert, dass keinerlei Kräfte auf die Muschel einwirken“,  sagte  Martin Hammer.  Der diplomierte Restaurator dokumentierte das komplette Geschehen für die Generaldirektion Kulturelles Erbe als oberste Denkmalbehörde (GdKE) von Rheinland-Pfalz. „Sehr gut geplant, sehr sorgfältig durchgeführt“, anerkannte  der Experte des Fachdienstes Restaurierung der GdKE die Arbeit von Stadt und beteiligten Unternehmen.

200 Meter lang war die Reise der Muschel auf dem Tieflader, der wegen der hoch hinaus ragenden  Fracht und der engen Wegführung an neuralgischen Punkten ferngesteuert wurde. So hatte der Fahrer die Muschel, die samt Tragegestell 6,2 Tonnen auf die Waage brachte, stets im Blick. Nur ein Ast musste dran glauben, damit kein Kratzer auf die Außenhülle der Halbschale kam, in der einst die Kurkonzerte stattfanden. Seit Dienstagmittag steht sie in einem zehn Meter hohen Gerüst, das mit einem Dach versehenen wurde. Vor Witterung geschützt soll die Muschel dann in der provisorischen Werkstatt fachgerecht in Schuss gebracht werden. „Denn“, so Martin Hammer,  „die Muschel hat zwar keinen hohen materiellen Wert, ist aber ein Original und daher ein bauzeitliches Denkmal.“

Die Muschel schwebt in ihr Zwischenlager ein. Foto: Martin Gausmann

„Alles andere als glücklich“ ist Jürgen Hambrink von der Bürgerinitiative, die die Kurparkbebauung erhalten wissen wollte, mit dem kommenden Abriss von Wandelgängen, Konzerthalle und Kolonnaden. Aber: „Jetzt kommt es darauf an, eine gute Nachfolgelösung zu finden, die dem bisherigen Charakter des Ensembles gerecht wird“, so Hambrink. Da hofft er auf eine breite Transparenz des weiteren Prozesses.