Autohändler aus dem Ahr-Kreis erschleicht Kredite

Aus reiner Habgier hat sich der Geschäftsführer eines Autohauses im Kreis Ahrweiler vor gut drei Jahren von einem kriminellen Pärchen zu krummen Geschäften anstiften lasse.

Ahrweiler. (ln) Aus reiner Habgier hat sich der Geschäftsführer eines Autohauses im Kreis Ahrweiler vor gut drei Jahren von einem kriminellen Pärchen zu krummen Geschäften anstiften lassen - und damit seine private und berufliche Existenz aufs Spiel gesetzt.

Dank eines rückhaltlosen Geständnisses, einer vehement betriebenen Schadenswiedergutmachung und der Tatsache, dass er bis zum Zeitpunkt seiner Verfehlungen straffrei durchs Leben gegangen war, ist der 37-jährige Angeklagte am Donnerstag mit einem "tiefblauen Auge" davongekommen.

Wegen gemeinschaftlich begangenen und gewerbsmäßigen Betruges verurteilte ihn das Ahrweiler Schöffengericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Zudem muss er 13 000 Euro an den Weißen Ring zahlen. Als der Haupttäter im Februar 2008 im edlen Kaschmir-Mantel im Autohaus vorsprach, hatte er nicht lange um den heißen Brei herumgeredet.

Er sei Spieler, der sich gerne teure Autos leiste. Im Moment benötige er allerdings dringend 60 000 Euro und wolle daher seinen Porsche Cabrio zu Geld machen. Jedoch hänge er an seinem Fahrzeug und wolle es behalten. "Dann kam eins zum anderen und das Finanzierungsmodell stand", gab der Angeklagte zu.

Seine Aufgabe sei es gewesen, bei der hauseigenen Bank eines deutschen Autokonzerns, dem sich der Familienbetrieb seit vielen Jahren als Vertragshändler verbunden fühlt, einen Kredit über 60 000 Euro zu erschleichen. 10 000 Euro hat der Angeklagte für seine Dienste einstreichen dürfen. Als vermeintliche Sicherheit diente das Fahrzeug. Denn die benötigten Dokumente waren gefälscht. Dass allerdings auch der "Spieler" und dessen "Ehefrau" unter falschem Namen aufgetreten sind und selbst die Personalausweise gefälscht waren, will der Angeklagte erst im Nachhinein erfahren haben.

Nachdem das Geschäft reibungslos abgewickelt worden war, wiederholte das Trio seinen Kredit-Coup nur 14 Tage später mit einer anderen Luxuslimousine. Diesmal ging es um 65 000 Euro. Nur wenig später war das Pärchen aufgeflogen, so dass auch die Geschäfte mit dem 37-Jährigen ihr Ende fanden.

Wie sich herausstellte, hatten die beiden ihre Betrugsmasche in großem Stil betrieben. Gegen den Haupttäter hat das Landgericht Koblenz eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verhängt. Haft ist dem reuigen Angeklagten am Donnerstag erspart geblieben.

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