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Abriss in Sankt Augustin: Tacke-Ruine liegt zerbröselt auf dem Boden

Abriss in Sankt Augustin : Tacke-Ruine liegt zerbröselt auf dem Boden

Sie steht nicht mehr, die Tacke-Ruine. Sie liegt zerschreddert, zerbröselt, gut verteilt und verdichtet als Planum auf dem Boden. 160.000 Tonnen Beton und Steine hat das Abriss-Unternehmen recycelt. Sie dienen jetzt als Grundlage für ein neues Geschäftsquartier auf dem rund 11.000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Möbelhauses an der Bonner Straße. Am Donnerstag vollzogen Investor, künftige Mieter, Bauunternehmer sowie Vertreter der Politik und Stadtverwaltung einen Akt, der gemeinhin bei Bauvorhaben dieser Größe als etwas Besonderes gilt: den Spatenstich.

Das wirklich Besondere indes ereignete sich bereits vor drei Monaten, als die Abrissbagger anrollten - ein Festtag für die Sankt Augustiner Bürger. Die seit gut acht Jahren vor sich hin gammelnde Ruine am Eingangstor zum Zentrum ist endlich weg.

"Wir haben sie beerdigt und stehen nun alle drauf", freute sich Investor Dieter Gawron von der Immoga GmbH in Köln, die rund 20 Millionen Euro in das neue Quartier an der Ecke Bonner-/Südstraße investiert.

Gut drei Monate hatte Gawron für den Ende März gestarteten Abriss des 30 Meter hohen, 20 Meter breiten und knapp 140 Meter langen Stahlbetonkolosses veranschlagt, und er hat den Zeitrahmen eingehalten. "Es ist bei solchen Projekten sehr wichtig, dass man zuverlässige Investoren hat", freute sich dann auch der Erste Beigeordneter Rainer Gleß, der sich auch bei seinen Dezernats-Mitarbeitern bedankte. "Sie haben die nötige Geduld aufgebracht, die man haben muss, um so ein Projekt zu planen." Mit dem Abriss sei eine "neue Ära" für die Entwicklung des Zentrums eingeleitet. "Dieses Quartier ist eminent wichtig für die Stadt Sankt Augustin", so Gleß. Der Tacke-Bau war 1970 gebaut und 1986 durch einen Anbau erweitert worden. Dann begann eine wechselvolle Geschichte mit Streitereien, Insolvenzen und einigen Reanimationsversuchen.

Zweieinhalb Jahre lang haben Stadt und Investor verhandelt und geplant. Das Ergebnis ist ein Segen für die Stadt. Die SV Group, ein Unternehmen, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz Rehakliniken, Pflegeeinrichtungen und Kliniken betreibt, will dort eine Seniorenresidenz bauen. Geplant ist ein sechsgeschossiges Gebäude, in dem 80 Pflegeplätze eingerichtet werden. Dazu sollen 40 Appartements für betreutes Wohnen mit einer Größe zwischen 42 und 52 Quadratmetern gebaut werden.

Zunächst aber werden ein Lidl-Markt und das Fitnessstudio "City Fit" errichtet. Ende des Jahres soll Eröffnung sein. An der Kreuzung entsteht ein weiteres Gebäude, in das die Kreissparkasse mit einer Filiale einzieht. Die Filiale in Mülldorf an der Bonner Straße wird dann geschlossen.