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Staatsanwälte ermitteln wegen Betruges gegen Abrissfirma

Staatsanwälte ermitteln wegen Betruges gegen Abrissfirma

Cuxhavener bezahlt offenbar Subunternehmer nicht - Siegburger Kreisgesundheitsamt soll in der kommenden Woche komplett abgetragen sein

Rhein-Sieg-Kreis. Dem Rhein-Sieg-Kreis steht möglicherweise Ungemach ins Haus. Nachdem es beim Abriss des Kreisgesundheitsamtes am Kreishaus zu Verzögerungen gekommen war, weil plötzlich "gesundheitsbedenkliche Mineralkunstfasern" in der alten Fassade gefunden wurden, könnte es nun Probleme mit der bauausführenden Firma geben.

Das beauftragte Cuxhavener Abbruchunternehmen hat nach Informationen des General-Anzeigers bisher keine Rechnung seines Overather Subunternehmers bezahlt. Der war beauftragt worden, um den anfallenden Schutt zu entsorgen. Ob der auch ohne Geld weiter tätig sein wird, ist indes unklar. Die Firmenspitze wollte sich am Dienstag dazu nicht äußern. Es stehe erst noch ein Gespräch an. Das Gebäude wird voraussichtlich kommende Woche komplett abgetragen sein.

Die Technik, Subunternehmer zu beauftragen und dann nicht zu zahlen, ist offenbar gängiges Geschäftsgebaren der Cuxhavener Abbruchfirma. Ermittelt doch zurzeit die Staatsanwaltschaft Stade in mehreren Fällen wegen des Verdachts des Betruges gegen den Geschäftsführer Sven Baran. Das bestätigte am Dienstag Burkhard Vonnahme, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stade. Ihm liegen ähnliche Anzeigen aus Essen, Oldenburg und Moosbach vor.

Auch bei der Bonner Staatsanwaltschaft liegt eine Strafanzeige vom Juli vergangenen Jahres vor. Unter anderem war Baran mit seiner bundesweit tätigen Firma beim Abriss der Buswerkstatt Friesdorf für die Stadtwerke Bonn (SWB) tätig. Probleme gab es nach Informationen des General-Anzeigers auch bei Projekten im Sauerland, in Bochum und Heide.

"Wir können zurzeit wenig zur Lösung des Problems beitragen, solange die Arbeiten ausgeführt werden", sagte am Dienstag Kreissprecher Thomas Wagner auf Anfrage. Der Vertrag mit dem Cuxhavener sei nach einer öffentlichen Ausschreibung unterzeichnet worden. Er sei der günstigste Anbieter gewesen. Ohne auf den konkreten Fall einzugehen, ließ Wagner durchblicken, die Erfahrung habe gezeigt, dass der günstigste Anbieter nicht immer der Beste sei.

Der Auftrag zum Abriss des früheren Gesundheitsamtes habe inzwischen ein Volumen von fast 210 000 Euro erreicht. Zunächst war man von Kosten in Höhe von 150 000 Euro ausgegangen, doch dann entdeckten Fachleute die Mineralkunstfasern in der Fassade. Die musste daraufhin sorgfältig abmontiert und gesondert entsorgt werden.