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Verkehrsberuhigung für L471: Autos sollen in Altendorf-Ersdorf ausgebremst werden

Verkehrsberuhigung für L471 : Autos sollen in Altendorf-Ersdorf ausgebremst werden

Ein Planungsbüro hat jetzt die verkehrsberuhigende Maßnahmen für Altendorf-Ersdorf vorgestellt. Die baulichen Veränderungen auf der L471 sollen vor allem Raser stoppen.

Immer wieder kritisieren Bürger aus den Meckenheimer Ortsteilen Altendorf und Ersdorf die massive Verkehrsbelastung zu Stoßzeiten und durch Ausweichverkehr bei Stau auf der benachbarten Autobahn. Einzelne Bürger, eine Bürgerinitiative und die Ortsvorsteher hatten sich für verschiedene Maßnahmen stark gemacht. Nun gibt es erste Fortschritte.

Verschiedene Straßenabschnitte habe die Stadt überplanen lassen und die Gehwegsicherung in den Blick genommen, sagte der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt in der jüngsten Sitzung des Stadt- und Entwicklungsausschusses. Frank Leiendecker vom Planungsbüro Leiendecker stellte die ersten Entwürfe für vier Maßnahmen vor, die das Verkehrsproblem entschärfen sollen. Auf der Rheinbacher Straße, an der Einmündung zur Straße An den Birken ansetzend, soll eine Fahrbahnverschwenkung die Einfahrtgeschwindigkeit der Fahrzeuge aus Richtung Rheinbach regulieren.

Mit einer gut fünf Meter breiten Mittelinsel werden die Fahrbahnen im Verlauf der Verschwenkung getrennt und dahinter wieder zusammengeführt. So sei eine Fahrt mit hoher Geschwindigkeit nicht mehr möglich, sodass der Verkehr mit deutlich geringerem Tempo an der S-Kurve an der Kirche ankäme, hieß es. Reflektierende Fahrbahnführungen sollen die Verschwenkung auch im Dunkeln und bei schwierigen Lichtverhältnissen sichtbar machen.

Die dort vorhandene Bushaltestelle soll barrierefrei ausgebaut werden, womit laut Leiendecker erfahrungsgemäß ebenfalls eine Verkehrsberuhigung einhergeht. Bei den Gehwegen im Bereich der zweiten Kurve könnten Straßenverschmälerungen mit Gehwegsicherungen Erleichterungen für Fußgänger bringen.

Ersdorfs Ortsvorsteher Ferdinand Koll (CDU) wünschte sich eine solche Maßnahme auch beim Pfarrhaus, vor dem ebenfalls eine Treppe den Gehweg so stark verenge, dass die Menschen auf die Fahrbahn ausweichen müssten. Laut Witt hat der Landesbetrieb Straßenbau an verschiedenen Stellen einer Fahrbahnverengung auf insgesamt sechs Meter bereits zugestimmt. Bei den Verengungen zugunsten der Fußgängerwege würde die Fahrbahn jedoch teilweise auf bis zu 4,75 Meter verschmälert. Zwei sich entgegenkommende Pkw könnten dort noch gleichzeitig aneinander vorbeifahren, ein Pkw und ein Lkw nicht mehr, verdeutlichte Witt die Größenverhältnisse. Der Landesbetrieb habe diesen Maßnahmen trotzdem zugestimmt, damit die Bürger mit Kinderwagen, Rollatoren oder mit Rollstuhl diese Stellen sicher passieren könnten.

Auf der Höhe der Gaststätte „Ohm Hein“ zeigten die Pläne wegen der Einmündungen und der baulich abgetrennten Parkplatzzone eine schwierige Ausgangslage. Trotzdem soll hier die gewünschte Querungshilfe für eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung auf der Ahrstraße sorgen. Diese ginge mit dem Wegfall der beiden dort vorhandenen Parkplätze einher, so Leiendecker. Ersatz-Parkmöglichkeiten könnten ein Stück weiter in Richtung Gelsdorf gekennzeichnet werden, sagte er weiter. Koll begrüßte die nun möglichen Maßnahmen. Zugleich bedauerte er, dass solche nicht schon früher genehmigt wurden. Die Kennzeichnung der Straße sei verändert worden, vielleicht habe das die Situation zugunsten der Bürger verändert, so der Ortsvorsteher. Hinsichtlich der wegfallenden Parkplätze vor der Arztpraxis gegenüber der Gaststätte hoffe er auf eine kulante Einigung mit den Anwohnern, wenn beispielsweise jemand mit Gehbehinderung die Praxis aufsuchen müsse. Ralf Diekmann (BfM) zeigte sich ebenfalls erfreut, dass es für die fraktionsübergreifend gewünschten Maßnahmen, für die sich auch die Bürgerinitiative stark gemacht habe, nun eine greifbare Größe gebe.

In den nächsten Schritten sollen Planungen und grobe Kostenkalkulationen folgen, erklärte Witt. Vorsorglich habe die Stadtverwaltung bereits Förderanträge gestellt, die bei entsprechender Zusage unter Umständen bis zu 70 Prozent Gegenfinanzierung bedeuten könnten. Barbara Heymann (FDP) sagte, dass diese Nachrichten zwar eine große Freude bedeuteten, aber zugleich auch den Haushalt stark belasteten.