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Distanzunterricht wegen Corona: Meckenheimer Schulen bereiten sich auf Schließung vor

Distanzunterricht wegen Corona : Meckenheimer Schulen bereiten sich auf Schließung vor

Die Schulleiter berichten im Meckenheimer Ausschuss vom Umgang mit der Corona-Situation. Nicht überall kann problemlos auf Distanzunterricht umgestellt werden. Aktuell gibt es auch vereinzelt Probleme mit den Hygienemaßnahmen.

Die Schulen in Meckenheim hatten in den vergangenen Monaten mit den sich immer wieder ändernden Situationen zu kämpfen. Im jüngsten Ausschuss für Schule, Kultur und Sport berichteten die Schulleiter der Stadt und stellten Pläne für einen möglichen erneuten Shutdown vor. „Wir kämpfen täglich den Kampf gegen die aktuelle Situation, die sich ständig ändernden schwierigen Bedingungen“, sagte Barbara Bienentreu, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Merl.

Zurzeit arbeite ihre Schule nach dem Klassenlehrerprinzip in festen Schülergruppen. Weiterhin habe die Schule ein Konzept für ein möglicherweise notwendiges Distanzlernen entwickelt, so Bienentreu. Allerdings fehle es an Möglichkeiten und Zeit, die Kinder soweit mit den digitalen Möglichkeiten vertraut zu machen, dass sie selbstständig von zu Hause lernen könnten. „Wenn es so kommt, werden wir voraussichtlich wieder analog arbeiten müssen“, kündigte Bienentreu an.

Für die katholische Grundschule Merl erläuterte Schulleiterin Gabriele Vitt, dass man sich mit der Lernplattform Logineo vertraut mache und die Grundeinrichtung erfolgt sei. Für den Fall von Schulschließungen stehe ein Materialfundus zur Verfügung, aus dem Lehrer für den Distanzunterricht schöpfen könnten. Für den Fall einer Schulschließung gehe sie von parallelem digitalem und analogem Lernen für ihre Schüler aus.

Anmeldezahlen übersteigen Kapazitäten der Schule

Schon jetzt beschule man zeitweise Kinder in Quarantäne, zwei Kinder erhielten wegen Vorerkrankungen bereits dauerhaft Unterricht auf Distanz. Die Schulleiterin wies darauf hin, dass die Anmeldezahlen für das kommende Jahr die Kapazitäten der Schule bei Weitem übersteigen. Deshalb müsse sich die Aufnahme an der KGS Merl nach einem Kriterienkatalog richten, sagte die Schulleiterin. Ein Kriterium sei in jedem Fall, ob es Geschwisterkinder an der Schule gebe. Unwahrscheinlich sei eine Aufnahme hingegen, wenn Kinder deutlich außerhalb des regulären Einzugsbereichs der Schule wohnen. Weiterhin habe die Offene Ganztagsschule (OGS) ihre Kapazitätsgrenze nahezu erreicht.

In der evangelischen Grundschule Meckenheim versuche das Kollegium, den Schülern einen einigermaßen guten Alltag zu ermöglichen, sagte Schulleiterin Julia Gahl. Die Anmeldezahlen füllen laut ihren Ausführungen zurzeit zwei Klassen, weitere Kinder könnten nicht aufgenommen werden. Ihre Schule erstelle mit den Eltern gemeinsam Konzepte für den Präsenz- und Distanzunterricht.

Hygienemaßnahmen werden nicht täglich ausgeführt

Für die katholische Grundschule Meckenheim berichtete Schulleiterin Corinna Stühm von großen Verunsicherungen in der Elternschaft hinsichtlich der Frage, wann sie ihr Kind in die Schule schicken dürfen und wann nicht. Zudem stoße auch an ihrer Schule die OGS an ihre Kapazitätsgrenzen.

Sie informierte, dass Hygienemaßnahmen wie die tägliche Reinigung von Tischoberflächen nicht ausgeführt würden und wünschte sich hier mehr Unterstützung seitens der Stadt durch mehr Reinigungskapazitäten. Bürgermeister Holger Jung erklärte, dass es hierzu mit den Reinigungsunternehmen bereits Abstimmungen und Aufstockungen der Kapazitäten gegeben habe. Angesichts dieser Informationen werde die Verwaltung jedoch noch einmal nachsteuern.

Im Konrad-Adenauer-Gymnasium funktioniere die Umsetzung der Hygienemaßnahmen nach der Einschätzung von Schulleiter Dirk Bahrouz gut. Das Virus sei bei den bisher bei Schülern aufgetretenen Infektionsfällen anscheinend nicht in der Schule weitergegeben worden. Die „Theater-XXL“-Veranstaltung werde aufgrund der aktuellen Situation im kommenden Jahr durch kleinere Veranstaltungen in neuen Formaten ersetzt. Den ausgefallenen Tag der offenen Tür habe die Schule mit einem Informationsbrief für die Eltern der Viertklässler, einer Neugestaltung der Website und einer eigenen Website für die Kinder kompensiert.

Der Wert von FFP2-Masken

Die Theodor-Heuss-Realschule hat anstatt des Tags der offenen Tür einen Grundschullehrertag angeboten, berichtete der kommissarische Schulleiter Ewald Auel. Weil sich der Austausch zwischen den Lehrern der jeweiligen Schulen in dieser Form bewährt habe, fasse er einen solchen Tag auch für das kommende Jahr ins Auge. Für den Fall einer Schulschließung seien sogenannte Study Halls mit PCs eingerichtet worden, in denen Schüler arbeiten könnten.

Peter Hauck, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Hauptschule verwies auf den Wert von FFP2-Masken für die Lehrer, weil auf diese Weise Quarantänephasen unter bestimmten Voraussetzungen vermieden werden können. Im Namen der Verwaltung kündigte Bürgermeister Holger Jung an, sich um weitere Mittel für entsprechende Ausstattungen zu bemühen.