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Nikolausskatturnier in Niederbachem: Anfangs belächelt, mittlerweile gute Tradition

Nikolausskatturnier in Niederbachem : Anfangs belächelt, mittlerweile gute Tradition

Bereits zum siebten Mal wird das Nikolausskatturnier in Niederbachem ausgetragen. Dabei kommen 1.149 Euro für Flüchtlinge zusammen.

Josef Wolking steht eine stressige Woche bevor. "Ich bin jeden Abend woanders und spiele Skat", gibt der 84-Jährige mit einem breiten Grinsen zu. Er ist Mitglied in mehreren Skat-clubs, vor allem in Wachtberg, aber auch in Pützchen, Rolandswerth und in Bendorf.

Für sein Hobby fährt der begeisterte Skatspieler gerne umher, ihm geht es vor allem um das Miteinander und das Treffen von Freunden und den damit verbundenen Spaß. "Wenn man Glück hat, hat man Glück. Wenn nicht, dann nicht", sagt er ganz pragmatisch zu seiner Einstellung zum Spiel. Zufrieden ist er auch mit dem Niederbachemer Nikolausskatturnier, das am Freitag im Haus St. Gereon ausgetragen wurde.

Einmal im Monat treffen sich die Niederbachemer zum Skatspielen und geselligen Beisammensein. "Wir haben damals mit sechs Mann angefangen. Alle haben uns belächelt und gemeint, dass sich das nicht etablieren wird", erzählt Wolking, "nun sitzen wir hier schon beim siebten Nikolausturnier."

Claudia Langen, die sich um die Ausrichtung des Turniers kümmert, hört gar nicht mehr damit auf, Josef Wolking zu loben. Er sei "die gute Seele des Turniers" und sponsere das Turnier gönnerhaft: Wie jedes Jahr hat er die Pokale und Medaillen gestiftet.

Insgesamt freute sich Langen wieder über viele Sponsoren, sodass attraktive Preise verteilt werden konnten. An sieben Tischen spielten beim siebten Nikolausturnier sehr konzentriert 36 Skatspieler, darunter allerdings nur vier Frauen. Traditionell besucht auch Dechant Hermann-Josef Zeyen, als Nikolaus verkleidet, die Spieler im Haus St. Gereon.

Seit Anbeginn des Nikolausturniers ist die Unterstützung von sozialen Projekten in Wachtberg eine Herzensangelegenheit für die Skatspieler. So hat es der katholische Pfarrverband St. Marien den Spielern zu verdanken, dass in Berkum, Niederbachem, Pech und in Fritzdorf an Gemeindehäusern die Marienfigur hängt.

"Wir spielen um Geld und lassen dieses einem guten Zweck zukommen", erklärte Elisabeth Zimmermann, die das Turnier ebenfalls mitorganisiert. Beim Nikolausturnier zahlt jeder Spieler ein Startgeld in Höhe von fünf Euro. "In den vergangenen Jahren konnten wir insgesamt eine Summe von mehr als 16 000 Euro erspielen und Projekten in Wachtberg zukommen lassen", freut sich Claudia Langen.

Dieses Jahr gehen rund 1149 Euro an Wachtberger Flüchtlinge. Eigentlich sollten "nur" 1000 Euro gespendet werden, Josef Wolking ging aber noch einmal an die Spieltische und sammelte zusätzlich 149 Euro ein. "649 Euro gehen an den Samstagstreff für Flüchtlinge in Berkum und 500 Euro an den Fahrdienst des Deutschen Roten Kreuzes", erklärte Langen.

Die Spenden nahmen anschließend Gemeindereferentin Claudia Schütz-Großmann sowie Johanna Voigt und Danyel Guré vom Deutschen Roten Kreuz Wachtberg entgegen.