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Heide Keller - Beerdigung: Schauspielerin in Bonn-Muffendorf beigesetzt

Ehemalige Chefhostess des ZDF-„Traumschiff“ : Trauergemeinde nimmt in Muffendorf Abschied von Heide Keller

Am 27. August verstarb im Alter von 81 Jahren Heide Keller in Bonn. Am Donnerstag wurde sie auf dem Friedhof in Muffendorf beigesetzt. Auch alte „Traumschiff“-Weggefährten nahmen Abschied.

Verschmitzt lächelt Heide Keller in die Kamera. Den Kopf hat sie ein wenig geneigt, sie trägt goldene Ohrringe und hat die Augenbrauen ein wenig hochgezogen. Das Farbfoto zeigt die Schauspielerin so, wie sie Millionen Fernsehzuschauer noch aus der ZDF-Erfolgsserie „Traumschiff“ als Beatrice kennen: fröhlich und immer gut gelaunt. Und genau so werden sie ihre Fans auch in Erinnerung behalten. Am Donnerstag haben Familie, Freunde und Weggefährten Abschied von Heide Keller genommen. Die beliebte Schauspielerin war nach langer Krankheit am 27. August im Alter von 81 Jahren in einem Bonner Pflegeheim gestorben.

Die Exequien wurden in der katholischen Kirche St. Martin in Muffendorf unter der Leitung von Bad Godesbergs leitenden Pfarrer Pater Gianluca Carlin gefeiert. Vor dem Eingang waren 15 Blumenkränze und Gestecke zum Abschied platziert. Unter anderem schickte die „Traumschiff“-Familie einen „letzten Gruß“, das ZDF und die Theater am Kurfürstendamm bestellten ebenfalls Kränze und Gestecke nach Muffendorf.

Frühere Weggefährten auf der Beerdigung von Heide Keller

Unter den Trauergästen waren auch ehemalige Weggefährten aus der Kreuzfahrt-Zeit. Schauspieler Horst Naumann, der den Schiffsarzt Dr. Schröder spielte, kam mit Ehefrau Martina Linn nach Bad Godesberg. Auch Ida Arndt, eine enge Freundin Kellers, die ihre Maskenbildnerin auf dem Traumschiff war, verabschiedete sich. Sie wandte sich mit einer Rede an die Trauergemeinde und hob hervor, wie wohl sich Heide Keller in „ihrem Muffendorf“ fühlte. In Bad Godesberg war Keller nicht nur die Chefhostess, sondern auch Mitbürgerin: Oft sah man sie in der Innenstadt spazieren, sie kaufte in den Geschäften vor Ort ein und freute sich immer, wenn sie von Passanten erkannt wurde.

„Sie liebte Schmuck, ihre Wohnung, ihre Terrasse und Kleidung. Heide wäre eine super Innenarchitektin geworden“, sagte Arndt mit einem Lachen. Sie habe während ihrer langen „Traumschiff“-Zeit zwar in den schönsten Hotels der Welt gelebt und natürlich auch auf dem Schiff: Aber ihre „Fünf-Sterne-Welt“ sei ihre Wohnung in Muffendorf gewesen. In einem GA-Interview 2015 sagte Keller, dass ihr Garten für sie „Bodenhaftung“ bedeute. „Er hält mich auf dem Teppich. Im Garten vergesse ich alles. Da schufte ich, schwitze, bin dreckig, und hinterher geht´s mir immer gut.“

Heide Keller und die Rolle ihres Lebens

Gerne habe sie sich auf den bunten Blättern gesehen, verriet Arndt über die Kollegin, aber es habe auch Dinge gegeben, „über die man nicht spricht“. Das sei zum Beispiel das Thema Krankheit gewesen. Vor zwei Jahren habe sich der Zustand Kellers verschlechtert, berichtete Arndt. Auf ihre beiden Geschwister habe sie sich in dieser Zeit verlassen können – sie waren für sie da und hätten sich sehr gekümmert. „Sie war in Gedanken umgeben von all den Charakteren und Figuren, die sie in ihrem Leben treffen und erfinden konnte“, sagte Arndt.

Die Rolle der Beatrice sei die Rolle ihres Lebens gewesen, eine Rolle, die sie auf alle Kontinente und Meere gebracht habe. „Sie hat die Welt gesehen“, so die Maskenbildnerin. Keller spielte ab der ersten Folge des „Traumschiffs“ 1981 mit und stieg erst 37 Jahre später zur Neujahrsfolge 2018 aus der Erfolgsserie aus.

Arndt plauderte in ihrer Rede auch ein wenig aus dem Nähkästchen und brachte damit den ein oder anderen Trauergast zum Schmunzeln. Zum Beispiel, dass Keller unter einem Pseudonym Folgen für das Traumschiff geschrieben hat und so auch ihre eigene Rolle weiterentwickelte. Dass dahinter Heide Keller steckte, glaubte die Film-Crew damals erst gar nicht.

„Heide hat oft zu mir gesagt, dass sie dem lieben Gott dankbar ist, fast 60 Jahre ihren geliebten Beruf ausüben zu können“, erzählte die langjährige Freundin. Sie erinnerte auch an eine Szene, bei der Beatrice bei einem Landgang in einen eiskalten Fluss gestürzt sei. Schiffsarzt Dr. Schröder habe sie daraufhin aufgefordert, sich auszuziehen. Das habe sie aber abgelehnt. „Aber Beatrice, ich bin doch Arzt“, habe der Schiffsarzt erklärt. Die Antwort: „Aber nicht meiner!“ Sich in das kalte Wasser zu stürzen, sei für Keller kein Problem gewesen. „Ich bin doch Schauspielerin“, habe sie gesagt.

Nach dem Gottesdienst wurde die herzförmige Urne auf dem Friedhof in Muffendorf beigesetzt.