1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Parkbuchhandlung: Journalistin Bode liest aus ihrem Buch über "Die vergessene Generation"

Parkbuchhandlung : Journalistin Bode liest aus ihrem Buch über "Die vergessene Generation"

Sabine Bode ist ein Nachkriegskind. Die 1949 geborene Journalistin aus Köln widmet sich in ihrem Buch "Die vergessene Generation" dem Thema Kriegskinder. Aus dem Werk wird sie am Freitag in der Parkbuchhandlung lesen.

Der Bosnien-Krieg in den neunziger Jahren bedeutete eine Zäsur in ihrer journalistischen Arbeit. "Seitdem im Fernsehen dem Leid der Kinder viel Zeit gewidmet wurde und gerade die Deutschen zu den großzügigsten Spendern zählten, beschäftigt mich die Frage: Wie geht es eigentlich den deutschen Kriegskindern heute?"

Seitdem habe sie keine Gelegenheit ausgelassen, Angehörige dieser Generation danach zu fragen, wenn auch die Spurensuche anfangs zäh verlaufen sei und sie Ausflüchte kassierte wie "Andere haben es viel schlimmer gehabt" oder "Es hat uns nicht geschadet".

So gut wie nie habe sie jemanden über sein Schicksal klagen gehört, und bis heute spüre sie, dass sich ausgerechnet die ehemaligen deutschen Kriegskinder in keiner Weise wehleidig gebärdeten. "Ich fand sie in der Anfangszeit meiner Recherche vor allem einsilbig." Sabine Bode kam nicht weiter, obwohl sie schon über auf den ersten Blick grausamere Themen wie Nazizeit, Holocaust, psychische Erkrankungen und Kindstod geschrieben hatte.

Die erfahrene Journalistin begann, an sich selbst zu zweifeln. "Wenn ich mit Freunden darüber sprach, hörte ich: Was beschäftigst du dich auch mit so einem dunklen Thema..." Sie grenzte die zu befragenden Jahrgänge ein: von der Flakhelfergeneration bis zu jenen Kindern, die auf der Flucht geboren wurden. Und immer wieder hörte sie anfangs: "Was wir damals erlebt haben, war für uns normal. Soll heißen: Wir haben das, was der Krieg mit sich brachte, als normal empfunden."

Spannend entwickelt Sabine Bode in ihrem Erfolgsbuch den Erzählstrang weiter. Und obwohl es die meisten Befragten anfangs ablehnten, sich mit der Frage zu befassen, wie sich der Krieg auf ihr weiteres Leben ausgewirkt haben könnte, kam sie langsam unter die Oberfläche der Berichte.

Noch nie habe es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 68- bis 80-Jährigen, urteilte die Presse. Doch man wisse wenig über sie, man rede nicht über sie - eine unauffällige Generation, der man immer gesagt habe: "Sei froh, dass du überhaupt überlebt hast. Vergiss alles und schau lieber nach vorne."

In Sabine Bodes Buch beginnen diese Menschen nach langen Jahren des Schweigens erstmals zu reden. Parkbuchshandlungs-Chefin Barbara Ter-Nedden lädt zu diesem unter die Haut gehenden Leseabend unter der Überschrift "Aus Worten können Wege werden" gemeinsam mit der Telefonseelsorge Bonn und dem Katholischen Bibelwerk ein. Musikalisch begleiten Alexandra Thomas, lyrischer Mezzosopran, und Kate de Marcken, Klavier.

Sabine Bodes Buch "Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" (2010) ist für 9,95 Euro im Handel erhältlich. Der Eintritt zur Lesung in der Parkbuchhandlung am Freitag, 31. Januar, um 19.30 Uhr, kostet zehn Euro, ermäßigt fünf. Reservierung unter der Rufnummer 0228/352191 oder per E-Mail an info@parkbuchhandlung.de.