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Bahnübergang am Weck-Werk: Bahn will Übergang in Duisdorf schließen

Bahnübergang am Weck-Werk : Bahn will Übergang in Duisdorf schließen

Die Deutsche Bahn nimmt einen neuen Anlauf, um den Bahnübergang am Weck-Werk zu schließen und hofft, vom Eisenbahnbundesamt Ende 2018 grünes Licht dafür zu erhalten.

Die Deutsche Bahn will den Bahnübergang am Weck-Werk in Duisdorf schließen. Als Ersatz war bisher eine Fußgängerbrücke vorgesehen. In der aktuellen Planung soll stattdessen eine Unterführung mit Rampen entstehen, die allerdings nur von Passanten und Radfahrern genutzt werden kann.

Doch bei diesem Vorhaben, zu dessen Kosten die Bahn noch nichts sagen will, pfeift ihr der Wind gehörig ins Gesicht. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Rathaus Alfter deutlich, zu der 70 Besucher kamen. Sie sprachen sich fast einhellig gegen die Planung aus.

„Es gibt hier einen funktionierenden Bahnübergang, der zumachen soll – das ist doch ein Schildbürgerstreich“, sagte ein Bürger. Die Almabrücke und die K 12n, die den Verkehr künftig aufnehmen sollen, seien heute schon im Berufsverkehr ständig überlastet. Und auch der Schwerlastverkehr der umliegenden Betriebe sei nicht berücksichtigt worden.

Almabrücke steht seit 2009

Bei der Frage nach der Notwendigkeit verweist die Bahn darauf, dass höhengleiche Übergänge laut Eisenbahnkreuzungsgesetz zu beseitigen sind sowie auf einen Vertrag, den die Gemeinde Alfter 2004 unterschrieben hat. Darin ist festgehalten: Drei Übergänge machen zu, dafür wird eine Brücke gebaut. Diese, nämlich die Almabrücke, steht seit 2009. Und jetzt fordert die Bahn, vereinbarungsgemäß auch den dritten und letzten Übergang zu schließen.

Doch dagegen protestieren die Bürger. „Seit 2004 hat sich die Verkehrssituation massiv geändert.“ Ein anderer warf ein, dass die K 12n inzwischen immer mehr eine Ausweichstrecke für die Autobahn sei. Und wenn in Bonn auch noch der Tausendfüßler der A 565 saniert werde, brauche man den Übergang als Entlastung umso mehr.

Lange Wartezeiten an der Schranke

Die Vertreter der Bahn hatten einen schweren Stand: Das Argument, der Verkehr am Übergang Weck-Werk habe sich ja schon von ehemals 5000 auf 3500 Fahrzeuge täglich reduziert, konterte ein Bürger: „Weil die Wartezeiten an der geschlossenen Schranke zugenommen haben.“ In der Tat gibt es immer wieder Beschwerden, dass man dort bis zu zehn Minuten warten müsse, bevor ein Zug kommt.

Bahn-Vertreter Heiner Schwarz kündigte an, die Schließzeiten würden sich weiter verlängern, sollte es zu einem Zehnminuten-Takt auf der S 23-Strecke kommen. Für eine Unterführung, die für Autos offen sei, gebe es an dieser Stelle keinen Platz, außerdem verteuere das die Sache. Und noch eins: Sollte die Unterführung nicht gebaut werden, müsse die Gemeinde Alfter die Almabrücke selbst bezahlen, drohte Schwarz.

300 Flyer hatte die Bahn nach ihren Angaben an Haushalte verteilt, um auf die Versammlung hinzuweisen. Viele scheinen sie aber nicht bekommen zu haben, wurde klar. Auch Mandatsträger und die Stadt Bonn erhielten keine Einladung. Das sei auch nicht nötig, es gehe jetzt nur darum, betroffene Bürger zu informieren, so die Bahn.