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Aktionstag "Bonn-Picobello": Waldfreunde Hardtberg pflanzen eine Esskastanie

Aktionstag "Bonn-Picobello" : Waldfreunde Hardtberg pflanzen eine Esskastanie

Waldfreunde säubern den Hardtberger Forst und pflanzen den Baum des Jahres. Die Marone wurde vom Goldhocheitspaar Elisabeth und Werner Krips gestiftet.

Die Waldreinigung ist fester Termin im Kalender der Waldfreunde. Dazu gehört auch ein Investition in die Zukunft, nämlich einen Baum zu pflanzen. Mit Bedacht wählte der Verein den Baum des Jahres 2018. Es ist die Edelkastanie, auch Marone genannt.

Vorsitzender Bruno Schneider fand, dass sich die Symbolik, einen jungen Baum zu pflanzen, ihn zu hegen und ihm beim Wachsen zusehen, bis er stark und tief verwurzelt ist, durchaus auf eine Ehe übertragen ließe. Wie ein Baum müsse sie von Zeit zu Zeit Winter und Stürme überstehen, würde manche Blessur davontragen. „Doch mit ein bisschen Pflege und Gefühl, bleibt sie gesund und lange erhalten.“

Seit 50 Jahre sind die Eheleute Elisabeth und Werner Krips verheiratet. Anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit stifteten sie den Waldfreunden St. Hubertus den Baum des Jahres. Krips ist Hüttenwart und Ehrenmitglied.

Viele Helfer trotz eisiger Temperaturen

Jedes Jahr findet gemeinsam mit einer Waldreinigung im Rahmen der stadtweiten Initiative „Bonn-Picobello“ auch eine Baumpflanzung im Hardtbergwald statt. Doch mit dem plötzlichen Wintereinbruch dieses Mal, hatte niemand gerechnet. Die gekürte Edelkastanie musste also einen Start unter widrigen Bedingungen verkraften. Auch Müll sammeln ist im Schnee natürlich schwieriger. Der Vorsitzende Bruno Schmidt freute sich umso mehr über den trotz der Temperaturen regen Zulauf. „Dieses Jahr sind wirklich viele gekommen um zu helfen, Mitglieder des Vereins, aber auch Bürger. Im Schnee sieht man den Müll natürlich nicht so gut, aber wir ziehen einfach nächste Woche nochmal los.“

An Tatendrang mangelt es im Verein ohnehin nicht. Baumstifter Werner Krips ist mit besonders viel Engagement und Herz dabei. Der 78-Jährige ist inzwischen Ehrenmitglied der Waldfreunde und seit 25 Jahren aktiv. Dass es in diesem Wald so viele Vögel gäbe, sei Werner Krips zu verdanken, so der Vorsitzende Schmidt. Dieser kümmere sich komplett alleine um die Vogelhäuschen und die Vogelfütterung. Auch den für Veranstaltungen sehr beliebten Grillplatz hat er mit aufgebaut und hält ihn in Schuss. Krips selbst bestätigte, er sei Naturmensch: „Die Leute nennen mich Waldschrat. Im Sommer bin ich jeden Tag hier draußen. Das macht schon Spaß.“

Es mutete dann doch ein bisschen wie verkehrte Welt an, wenn sich bei Eiseskälte und inmitten schneebedeckter Wälder eine Gruppe zur Baumpflanzung versammelt. Ausgestattet mit Glühwein und Schnaps trotzten die Vereinsmitglieder und Gäste dem Wetter und versenkten die Edelkastanie in die Erde.

Die Jagdhornbläser der Jägerschaft Bonn sorgten für musikalische Untermalung und Förster Klaus Oehlmann hielt die Taufrede. Im Schnee einen Baum zu pflanzen, sei auch für ihn das erste Mal, doch er hoffe, dass den jungen Baum die Umstände stärken und er besonders imposant werde. Dem Ehepaar Krips gratulierte Oelmann zum Durchhalten. Er gehe davon aus, dass sie auch die Eiserne Hochzeit zusammen feiern können. Als Vorbild nannte er die Edelkastanie, die immerhin zwischen 150 und 180 Jahre alt werde. Werner Krips kündigte an, den Baum im Auge zu behalten und ihn zu pflegen – wie eine Ehe.