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Müllentsorgung nach Bonn-Fest: Bonnorange forderte das Dreifache für Reinigung

Müllentsorgung nach Bonn-Fest : Bonnorange forderte das Dreifache für Reinigung

In die Zufriedenheit des Einzelhandels über den Erfolg des Bonn-Fests mit Zigtausenden Besuchern am vergangenen Wochenende mischen sich auch Wermutstropfen. Bonnorange forderte im Vergleich zu den Vorjahren für die Müllentsorgung das Dreifache.

Der Vorstand von City-Marketing – ein Verein der Gewerbetreibenden in der Bonner Innenstadt – beklagt, dass Bonnorange die Kosten für die Müllentsorgung nach dem Fest dreimal so hoch ansetzen wollte. City-Marketing beauftragte deshalb ein Privatunternehmen mit der Straßenreinigung.

„Wir haben bei den bisherigen Bonn-Festen rund 4500 Euro an Bonnorange zahlen müssen. Jetzt sollten es plötzlich mehr als 12.000 Euro sein“, sagte Vorstandsmitglied Karina Kröber auf GA-Anfrage. Sie habe keinen Zweifel, dass die Müllentsorgung unterm Strich tatsächlich so teuer sei. „Aber wir haben lange vor dem Fest von Bonnorange einen Kostenvoranschlag beantragt. Wir haben erst einmal keine Reaktion erhalten, uns aber keine Gedanken gemacht“, sagt Kröber. Man sei fest davon ausgegangen, dass es in etwa beim bisherigen Betrag bleibe.

Verhandlung führte zu keinem Erfolg

Als dann sechs Wochen vor dem Fest endlich der Kostenvoranschlag von Bonnorange vorlag, „sind wir aus allen Wolken gefallen“, sagte Kröber. City-Marketing habe zwar versucht, mit Bonnorange zu verhandeln, aber Geschäftsführerin Kornelia Hülter sei hart geblieben. „Wir waren sehr enttäuscht. Schließlich hat der Verein nur wenig Geld. Außerdem ist das Fest auch Teil des Stadtmarketings, es profitiert auch die Stadt Bonn“ , so Kröber.

„Wir mussten hier neu kalkulieren, da wir festgestellt haben, dass der Reinigungsaufwand – auch im Umfeld des Festes – in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hatte“, erklärte Bonnorange-Sprecher Stefan Hülsdünker auf GA-Nachfrage. Im Angebot enthalten gewesen seien zudem unter anderem Zwischenreinigungen der Straßen und Wege sowie Zwischenleerungen der Abfallbehälter, Personal vor Ort und eine intensive Reinigung und nochmalige Nachreinigung zum Ende des Festes. Wie jedes andere Unternehmen sei auch Bonnorange gehalten, zumindest kostendeckend zu arbeiten.“ Kein Verständnis für den Vorgang zeigt Guido Déus (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. „Ich bin überzeugt, Bonnorange hätte eine Lösung finden können, ohne gegen Steuergesetze zu verstoßen.“

Finanzausschuss beschließt Unterstützung für Vereine

Laut Déus gehe es nicht darum, Privatwirtschaft zu subventionieren, sondern Vereine wie City-Marketing zu unterstützen, die eine für die Stadt wichtige Veranstaltung auf die Beine stellten. Er habe deshalb dafür gesorgt, dass den Vereinen künftig im Jahr 25.000 Euro zusätzlich zur Verfügung stehen, um solche Kosten besser ausgleichen zu können. Im Finanzausschuss sei sein Antrag einvernehmlich angenommen worden.