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Coronavirus in Bonn: Kein Anspruch auf kostenlosen Test

Ende für kostenlose Tests : Corona-Testzentren in Bonn: Das Ende der Gratistests und die Folgen

Seit Montag haben Corona-Infizierte keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen Bürgertest zum Freitesten. Die Nachfrage in den bestehenden Zentren sinkt. Viele Testzentren könnten bald schließen.

Seit Montag ist das kostenlose Freitesten nach einer nachgewiesenen Corona-Infektion nicht mehr kostenlos. Infizierte, die aus der Isolation kommen, müssen für einen Test nun zahlen. Damit dürfte in den meisten Testzentren auch in Bonn die Nachfrage nachlassen.

Sandro Heinemann, der in Stadt und Region zeitweise 15 Testzentren betrieben hat, spürt bereits seit längerer Zeit einen Rückgang, der sich nun noch einmal verschärft hat. „Durch den Wegfall des kostenlosen Freitestens fällt die größte Gruppe weg, die zuletzt noch zu uns gekommen ist“, sagte Heinemann auf Nachfrage. Da in den vergangenen Wochen und Monaten ein Test in immer weniger Fällen vorgezeigt werden musste, sei in den Testzentren zunehmend weniger los.

In den noch bestehenden Testzentren von Heinemann liege die Zahl der täglichen Tests im nicht selten niedrigen zweistelligen Bereich. Ehedem ging sie in die Hunderte. Betriebswirtschaftlich ergebe das in vielen Fällen keinen Sinn mehr. Entsprechend hat Heinemann bereits Standorte geschlossen, beispielsweise in Swisttal und Sankt Augustin. Ob der schwindenden Nachfrage werde er zum 31. Januar den Standort am Friesdorfer Freibad schließen.

Verbleiben die Zentren im Brückenforum Beuel und in der Weberstraße in der Südstadt. Heinemann geht derzeit davon aus, dass diese Stationen Ende Februar/Anfang März aufgelöst werden. Hintergrund: Die geltende Corona-Testverordnung läuft zum 28. Februar aus. Danach entfällt – Stand heute – jeglicher Anspruch auf kostenlose Bürgertests weg. Zugleich entfällt auch die Beauftragung aller Teststellen, für die in Bonn das städtische Gesundheitsamt zuständig ist.

Aktuell haben beispielsweise noch Pfleger, Menschen in ärztlicher Behandlung, Besucher und Patienten oder Bewohner von Krankenhäusern, Tages- und Entbindungskliniken oder Pflegeheimen Anrecht auf einen kostenlosen Bürgertest, ebenso wie solche kostenlosen Tests in Obdachlosenunterkünften und Flüchtlingsheimen bis Ende Februar möglich sind.

Jetzt schon Halbierung der Teststellen

Zu Hochzeiten der Pandemie lag die Zahl der Teststellen im Stadtgebiet nach Auskunft von Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann bei etwa 300. Mittlerweile seien noch etwa 130 geöffnet. Die Auswirkungen der nun vollzogenen Änderungen und der in anderthalb Monaten auslaufenden Verordnung könne das Gesundheitsamt nicht einschätzen. Es sei aber damit zu rechnen, dass „viele Teststellen ihren Betrieb beenden werden“, so die Stadt. Derzeit, so Hoffmann, könnten die bestehenden Zentren den Bedarf decken.

Heinemann kann die Entscheidung, die kostenlosen Bürgertests zurückzufahren, „gesellschaftspolitisch völlig nachvollziehen“. Der Erhalt dieser Infrastruktur sei teuer und müsse vom Steuerzahler finanziert werden. „Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass das nicht so kurzfristig erfolgt wäre.“

Die Mitarbeiter in seinen Testzentren seien Beschäftigte, von denen manche in Teil- andere in Vollzeit im Einsatz gewesen seien. „Für sie fällt mehr oder weniger von heute auf morgen der Job weg, was mir persönlich leidtut.“