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Grüne in Bonn: Standop und Achtermeyer als Fraktionsvorsitzende gewählt

Standop und Achtermeyer als Fraktionsvorsitzende : Grüne in Bonn wählen neue Fraktionsspitze

Annette Standop und Tim Achtermeyer übernehmen fortan die Führung der Grünen Fraktion in Bonn. Nun geht es auf die Suche nach Koalitionspartnern.

Die grüne Ratsfraktion hat am Montagabend Annette Standop und Tim Achtermeyer zu ihren Fraktionsvorsitzenden gewählt. Beide hatten als Spitzenkandidaten die Liste zur Ratswahl angeführt und galten als wahrscheinliche Nachfolger von Brigitta Poppe-Reiners und Hartwig Lohmeyer für diese Posten, die bei den Grünen bisher nicht Fraktionsvorsitzende, sondern Fraktionssprecher hießen. Die Wahl steht unter Vorbehalt und wird nach der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats Anfang November noch einmal formal zu bestätigen sein. Standop erhielt 85 Prozent der Stimmen, Achtermeyer 88 Prozent.

Sowohl Standop als auch Achtermeyer werden an den Sondierungsgesprächen mit möglichen Bündnispartnern ebenso teilnehmen wie Katrin Uhlig und Andrea Bauer aus dem Bonner Parteivorstand. Zum Verhandlungsteam werden auch die künftige Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Julia Höller aus dem NRW-Landesparteivorstand gehören sowie der langjährige Bonner Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt. So hatten die Mitglieder der Partei am vergangenen Freitag auf der ersten Versammlung nach der gewonnenen Stichwahl von Dörner am 27. September mehrheitlich entschieden. Die Grünen ziehen mit 19 Ratsfrauen und -herren als stärkste Fraktion vor der CDU mit 17 Sitzen in den künftigen Stadtrat ein.

Wie Uhlig am Dienstag dem GA sagte, stünden noch keine offiziellen Termine für Gespräche fest. Die CDU hatte angekündigt, in die Opposition gehen zu wollen. Sie sei aber nicht abgeneigt, dennoch Gespräche mit den Grünen zu führen. Da die Christdemokraten als mögliche Koalitionspartner nicht zur Verfügung stehen, gilt ein grün-rot-rotes Bündnis mit SPD und Linken als wahrscheinlich. Das hätte eine Mehrheit von zwei Stimmen, inklusive Dörners Stimme. Überraschend wird auch Volt mit drei Abgeordneten in Fraktionsstärke in den Rat einziehen. Die EU-zugeneigte Bürgerbewegung erhielt am 13. September 5,1 Prozent der Stimmen. Ihr Wahlprogramm ist dem linker Parteien wesensähnlich, etwa in den Zielen einer klimafreundlichen Verkehrswende oder dem Bau von Sozialwohnungen. Die FDP, bisher Koalitionspartner von CDU und Grünen in einem Jamaika-Bündnis, wird mit 5,2 Prozent der Stimmen ebenfalls drei Stadtverordnete stellen.