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Historische Orte in Bonn und der Region: Tipps und Infos für Ausflüge

Tipps für Bonn und die Region : Diese Orte in der Region lassen Geschichte wieder aufleben

Wie wohnten eigentlich Helmut Schmidt und Konrad Adenauer? Wo wurde der Grundstein für unser Grundgesetz gelegt? In Bonn und der Region gibt es viele historische Orte, zu denen sich ein Besuch allemal lohnt. Wir haben einige davon aufgelistet:

Wer durch Bonn fährt, dem weht zügig der historische Hauch um die Nase, der in der ehemaligen Bundeshauptstadt noch immer deutlich zu spüren ist. Auch in der Region haben ehemalige Bundeskanzler etwa ihre Spuren hinterlassen. Viele dieser historischen Orte sind heute Museen. Hier können sich Besucher einige Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zurückversetzen lassen:

Kanzlerbungalow - So wohnten Helmut Schmidt und Co.

Der Kanzlerbungalow an der Adenauerallee 139 diente deutschen Kanzlern – darunter Ludwig Erhard und Helmut Schmidt – als Wohnhaus und Arbeitsstätte: Teils verlegten sie wichtige politische Entscheidungen in das schlichte Gebäude mit den bodentiefen Fenstern. So wurde im Sommer 1989 in dem Bungalow Weltgeschichte geschrieben, als sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und das sowjetische Staatsoberhaupt Michail Gorbatschow trafen und die Weichen für die deutsche Wiedervereinigung stellten.

Da das einstöckige Gebäude auf dem Gelände des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung liegt, ist der Zugang aus Sicherheitsgründen begrenzt. Eine Bildergalerie zu dem seit 2001 unter Denkmalschutz stehenden Haus gibt es hier.

Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger mit Sohn Peter, Ehefrau Marie-Luise (rechts) und Elisabeth von Quistorp als Hausdame im Jahr 1968. Foto: Privat

  • Öffnungszeiten: Einzelbesuche sind Angaben der Homepage zufolge sonntags um 14, 14.30 oder 15 Uhr im Rahmen öffentlicher Begleitungen möglich. Für die beiden früheren Besuchstermine müssen sich Besucher zuvor in eine Anmeldeliste eintragen, die ab 13.30 Uhr am Informationsschalter im Foyer des Hauses der Geschichte (Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn) ausliegt. Gruppenbesuche sind auf 20 Personen begrenzt. Gruppen ab 15 Personen können dienstags bis freitags von 11 bis 15 Uhr den Kanzlerbungalow mit Begleitung besichtigen. Am Samstag und an Feiertagen können Gruppen den Kanzlerbungalow von 13 bis 17 Uhr besuchen. Letzter Einlass ist um 15.30 Uhr. Personalausweis nicht vergessen.

Museum Koenig - Geburtsort der Bundesrepublik

1. September 1948: Die Eröffnung des Parlamentarischen Rats im Museum Koenig. Foto: Repro: GA-Archiv

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig gilt als Geburtsort der Bundesrepublik: Hier wurde bei der feierlichen Eröffnung des Parlamentarischen Rats im September 1948 der Grundstein für das Grundgesetz gelegt. Die 61 Männer und vier Frauen des Parlamentarischen Rates trafen sich in der großen Ausstellungshalle mit dem Glasdach, weil es im vom Krieg gezeichneten Bonn an repräsentativen Orten mangelte. Am 23. Mai 1949, acht Monate später, wurde dann das Grundgesetz verabschiedet. Die Geschichte des Parlamentarischen Rats können Besucher im Museum Koenig an der Adenauerallee 160 nachverfolgen.

Wer noch weiter in der Zeitgeschichte zurückreisen möchte, kann sich bis Mitte Juni die Sonderausstellung „Gross, Grösser - Dinosaurier“ anschauen: Dort werden laut Angaben des Museums „einzigartige Dinosaurier-Skelette“ aus Europa gezeigt.

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr (an gesetzlichen Feiertagen bis 18 Uhr), Montag geschlossen außer an gesetzlichen Feiertagen
  • Preise: Tageskarte 5 Euro; ermäßigt 2,50 Euro
  • Kontakt: Telefon +49 228 91220, E-Mail: info@leibniz-zfmk.de

Plenargebäude - Von der Westbindung zur Wiederbewaffnung

1949 wurde eine ehemalige Turnhalle zum Plenarsaal umgebaut. In den 1980er-Jahren forderten immer mehr Stimmen, den Bundestag umzugestalten, sodass ein vollständiger Neubau beschlossen wurde. Während der Bauarbeiten zog das Parlament von 1986 bis 1992 in das benachbarte Wasserwerk, in dem zum Beispiel über die Wiedervereinigung entschieden wurde. Das neue Plenum wurde vom Architekten Günter Behnisch konzipiert.

1991 beschlossen die Abgeordneten den Umzug nach Berlin. Den neuen Plenarsaal nutzten die Parlamentarier nur noch bis 1999, ehe der Umzug anstand. Im Juli 1999 fand die letzte Sitzung des Parlamentes in Bonn statt. Seitdem wird der Saal als Kongresszentrum genutzt. Westbindung, Wiederbewaffnung, NATO-Doppelbeschluss und Kanzler-Rücktritte gehörten zu den Ereignissen, die dem Bonner Plenarsaal eine große historische Bedeutung verleihen.

  • Öffnungszeiten: Die Bonn-Information bietet Führungen durch den Plenarsaal an: Diese finden in der Regel samstags, sonntags und feiertags jeweils um 14 und 15 Uhr statt. Treffpunkt: World Conference Center Bonn, Platz der Vereinten Nationen 2, 53113 Bonn
  • Preise: 4,50 Euro pro Person, 2,50 Euro ermäßigt
  • Kontakt: Bonn-Information, Telefon +49 228 775000, E-Mail: bonninformation@bonn.de

Beethovenhaus - Leben und Wirken des Komponisten

Wer der Stadt Bonn einen Besuch abstattet, kommt an einem Namen nicht vorbei: Der international bekannte Komponist Ludwig van Beethoven wurde hier im Dezember 1770 auf die Welt gebracht. Sein Geburts- und Wohnhaus, übrigens eines der wenigen erhaltenen Bonner Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, ist nun ein Museum und kann regelmäßig besichtigt werden. Über 200 originale Ausstellungsstücke erinnern an Beethovens Denken und Fühlen, Arbeiten und Wirken, heißt es auf der Homepage. Seit dem 17. Dezember 2019 präsentiere sich das Museum mit einer neuen und räumlich erweiterten Dauerausstellung.

Das Musikerhaus liegt an der Bonngasse 20 im Zentrum von Bonn am Rand der Fußgängerzone unweit des Rheins. Vom Hauptbahnhof braucht man zu Fuß nur wenige Minuten.

  • Öffnungszeiten: Das Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Preise: Erwachsene zehn Euro; Schüler, Studenten, Azubis, Schwerbehinderte sieben Euro, Kinder unter sechs Jahren frei; Ermäßigungen auch bei Gruppenanmeldungen

Kanzlerin Merkel hielt zur Eröffnung UN-Campus' eine Rede im alten Plenarsaal. Er wird auch von großen Unternehmen gerne für Veranstaltungen genutzt. Foto: Stadt Bonn

Regierungsbunker - Schutz vor Atomangriffen im Kalten Krieg

Die Bunkeranlage in Ahrweiler diente hochrangigen Politikern aus Deutschland als Schutz vor einem möglichen Atomangriff während des Kalten Krieges. 1971 wurde die 17,3 Kilometer lange Bunkeranlage fertiggestellt, umfasste 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume. Den Luxus eines Einzelzimmers besaßen nur der Bundespräsident und Bundeskanzler. 1990, nach Ende des Kalten Krieges, wurde die Anlage aus Kostengründen stillgelegt.

Heute können sich Besucher in der Dokumentationsstätte umsehen und den gut erhaltenen Bunker besichtigen. Die Führungen dauern etwa eineinhalb Stunden.

  • Öffnungszeiten: für Einzelbesucher ist der Bunker am Mittwoch, Samstag, Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. In der Winterpause vom 10. November bis 4. April 2020 für Einzelbesucher nicht geöffnet. Gruppenanmeldungen (maximal 25 Personen, größere Gruppen werden geteilt) können über den Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. gebucht werden.
  • Preise: Erwachsene zehn Euro; Ermäßigte Renter und Schwerbehinderte neun Euro; Ermäßigte Studenten und Azubis sieben Euro; Ermäßigte Schüler 13 bis 16 Jahre fünf Euro; Familienkarte 25 Euro; Gruppenpauschale bis 14 Personen 135 Euro; Eintritt für Gruppen ab 15 Personen neun Euro
  • Kontakt: Dokumentationsstätte Regierungsbunker, Am Silberberg 0, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler; Telefon +49 2641 9117 053, E-Mail: regierungsbunker@alt-ahrweiler.de; Gruppenanmeldungen: Telefon +49 2641 9171 65, E-Mail: info@ahrtal.de

Brücke von Remagen - 600 Kilogramm Dynamit

Heute zeugen nur noch Reste von der früheren Ludendorff-Brücke, einer Eisenbahnbrücke, die während des Ersten Weltkriegs gebaut wurde, um mehr Soldaten und Kriegsgeräte über den Rhein zu bewegen. Schon während der Planung hatte man in dem Militärbau Kammern für Sprengstoff vorgesehen. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm eine Wachkompanie die festungsartig ausgebauten Brückentürme und installierte 600 Kilogramm Dynamit, um die Brücke bei einem Angriff französischer Truppen schnell zerstören zu können.

Nach dem erfolgreichen Westfeldzug Ende Juni 1940 wurde der Sprengstoff entfernt. Beim Rückzug der deutschen Truppen gab es den Versuch, die Brücke zu sprengen. Dabei hob sich die Stahlkonstruktion aus ihren Lagern und fiel dann aber wieder in diese zurück. 40 Minuten später überquerten US-Soldaten unter Leutnant Karl Timmermann die Brücke. In den folgenden Tagen kamen mehrere alliierte Divisionen über die Brücke auf das östliche Ufer, bis die Konstruktion am 17. März doch noch einstürzte. Dabei kamen 30 amerikanische Soldaten ums Leben. In den noch vorhandenen Türmen befindet sich nun das „Friedensmuseum Brücke von Remagen“.

  • Öffnungszeiten: 7. März - 15. November täglich von 10 bis 17 Uhr; Mai bis Oktober bis 18 Uhr und auf Anfrage
  • Preise: Erwachsene 3,50 Euro; Eltern mit Kindern sieben Euro; Jugendliche, Studenten und Behinderte ein Euro; Gruppen ab zehn Personen 2.50 Euro pro Person; auch Führungen sind nach Voranmeldung pauschal ab 50 Euro zuzüglich Eintritt möglich
  • Kontakt: An der Alten Rheinbrücke 11, Eingang Rheinpromenade. 53424 Remagen am Rhein, Telefon +49 2642 9059924/ 21863/ 20159, E-Mail: info@bruecke-remagen.de

Hotel Petersberg - Treffpunkt internationaler Politiker

Das Steigenberger Grandhotel Petersberg wurde 1892 eröffnet und war seitdem oft Schauplatz vieler historischer Treffen. 1938 buchte der britische Premierminister Neville Chamberlain ein Zimmer, bevor er sich mit Adolf Hitler traf. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Sitz der drei Alliiertenmächte Frankreich, USA und Großbritannien. Dort empfingen sie 1949 Konrad Adenauer, den ersten Kanzler der neuen Bundesrepublik. Dabei kam es zu einem Skandal, weil sich Adenauer entgegen geltenden Vorschriften bei dem Empfang auf einen Teppich stellte, obwohl dies im Protokoll nicht vorhergesehen war. Internationale Politiker wie Leonid Breschnew, Michail Gorbatschow oder Bill Gates waren Gäste im Hotel. 2001 wurde die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg abgehalten.

Erst 2019 fand in dem Hotel der Petersburger Dialog statt, bei dem sich Außenminister Heiko Maas und der russische Außenminister Sergej Lawrow trafen.

Adenauerhaus - Der Bundeskanzler als Rosenliebhaber

1935 zog Konrad Adenauer samt Familie nach Rhöndorf. Das Haus diente Adenauer als Rückzugsort, doch dort empfing er auch zwei Mal den französischen Präsidenten Charles de Gaulles. Heute kann das Haus des ersten deutschen Bundeskanzlers besichtigt werden. Die Einrichtung des Hauses ist laut dem Museum seit Adenauers Tod nahezu unverändert geblieben. Die Ausstellung zeigt den Politiker Adenauer aber auch als privaten Menschen, der Rosenliebhaber und begeisterter Krimileser war. Im ersten Stock des Hauses – für Besucher nur von außen einzusehen – befinden sich den Angaben des Museums zufolge das Arbeitszimmer und daneben das Schlafzimmer, in dem Adenauer am 19. April 1967 starb.

Der Eintritt ist frei. Der Besuch des Wohnhauses ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Gruppen ab zehn Personen werden um Anmeldung gebeten.

  • Öffnungszeiten: 1. Mai bis 30. September: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Führungen durch Wohnhaus und Garten für Einzelbesucher von 10 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde; 1. Oktober bis 30. April: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16.30 Uhr, Montag geschlossen
  • Kontakt: Konrad-Adenauer-Straße 8A, 53604 Bad Honnef; Für Gruppenanmeldungen: Telefon +49 2224 921 234, E-Mail: besucherdienst@adenauerhaus.de

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was durch die Vielzahl an historischen Orten kaum möglich ist. Sie haben einen historischen Ort, den Sie gerne in unserer Auflistung sehen würden? Schreiben Sie eine E-Mail an online@ga.de.