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Anklage in Bonn: Prostituierte soll Passantin ausgeraubt haben

Anklage in Bonn : Prostituierte soll Passantin ausgeraubt haben

Immer wieder werden Prostituierte Opfer von Überfällen. In dem Fall, mit dem sich demnächst die Richter der ersten großen Strafkammer des Landgerichts beschäftigen müssen, soll hingegen eine Frau, die der Prostitution nachgeht, zur rabiaten Räuberin geworden sein.

Die Staatsanwaltschaft legt der 30-Jährigen schweren Raub zur Last. Anscheinend brauchte die Drogenabhängige am frühen Abend des 19. Juli dringend Geld. Weil die Einnahmen aus der Prostitution offenbar nicht ausreichten, soll sie sich gegen 19 Uhr auf der Ennemoserstraße eine Fußgängerin als Opfer ausgesucht haben.

Die 63-Jährige war auf den Weg Richtung Innenstadt, als sie plötzlich mit Pfefferspray besprüht wurde und ihr jemand die Handtasche samt Laptop, Handy und etwa 200 Euro Bargeld entriss. Als eine Fahrradfahrerin (30) vorbeikam, soll die Räuberin geflüchtet sein. Beobachtet hatte die Tat laut der Staatsanwaltschaft auch ein Gast eines benachbarten Hotels. Der 28-Jährige und die Radfahrerin konnten die Täterin auf vorgelegten Fotos wiedererkennen.

Weit war die Räuberin nicht gekommen: Etwa zwei Stunden nach dem Überfall kontrollierten Polizisten sie an einer Straßenbahnhaltestelle. Und fanden das geraubte Smartphone. Die Beamten entdeckten zudem, dass die 30-Jährige bereits in Köln wegen des Verdachts eines weiteren Raubes per Haftbefehl gesucht wurde.

Seitdem sitzt die Angeklagte, die keinen festen Wohnsitz hat, in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen soll sie den Überfall zwar eingeräumt haben, wegen vorherigen Heroinkonsums könne sie sich jedoch nicht mehr an die Einzelheiten erinnern. Bei einer Verurteilung muss die bereits Vorbestrafte mit einer mindestens dreijährigen Freiheitsstrafe rechnen.