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Neue Partnerschaft: Vereinbarung zwischen Stadt und Uni unterzeichnet

Neue Partnerschaft : Vereinbarung zwischen Stadt und Uni unterzeichnet

Das Büro von Jürgen Fohrmann platzte gestern fast aus allen Nähten, als alle Gäste der Vertragsunterzeichnung sich eingefunden hatten. Mitarbeiter der Universität und der Stadtverwaltung sowie Vertreter der Politik und Journalisten waren gekommen, um dem wichtigen Moment beizuwohnen.

Denn es ging um nichts Geringeres als ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit der Stadt Bonn und der Friedrich-Wilhelms-Universität. Als die Füllfederhalter von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Uni-Rektor Jürgen Fohrmann über die Papiere huschten, wurde klar, wie bedeutsam die Kooperation der beiden Einrichtungen ist.

Laut Kooperationsvertrag wollen die Bundesstadt und die Universität künftig enger zusammenarbeiten, um Wissenschaft und internationale Einrichtungen in der Stadt und in der Region produktiv miteinander zu vernetzen. In nächster Zeit sollen strategische Partnerschaften über die Grenzen verschiedener Wissenschafts-, Politik- und Kulturbereiche hinaus entstehen.

Kooperationspartner seitens der Universität ist das 2012 gegründete "Forum Internationale Wissenschaft" mit seinem Ressort "Strategische Partnerschaften". Auf städtischer Seite wird das "Liaison Office Internationale Wissenschaft" zuständig sein.

Da beide Einrichtungen mit knappen Mitteln haushalten müssen, stehen zunächst nur fünf Personalstellen zur Verfügung - jeweils zweieinhalb bei den Partnern. "Alles Gute fängt klein an", sagte Uni-Rektor Fohrmann schmunzelnd. Die Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit sind nach Überzeugung von Nimptsch ideal: "In Bonn treffen Internationalität und Wissenschaft in besonderer Weise aufeinander."

18 UN-Sekretariate und -Programme, viele international tätige Nichtregierungsorganisationen, Bundesministerien und Behörden sowie Wissenschaftseinrichtungen böten einen idealen Nährboden für viele vernetzte Aktionen und Kooperationen. Auch Fohrmann sprach die einmalige Vielfalt der Stadt an: "In Bonn bietet sich die einmalige Chance, strategische Partnerschaften bei den für den Standort einschlägigen Themen einzugehen."

Als Beispiele nannte er globale Transformationsprozesse, digitale Gesellschaft und Klimawandel. Dafür "ist hier der beste Ort", sagte Nimptsch, "denn wir haben hier 4000 hochkarätige Experten auf vier Quadratkilometern Raum." Und Fohrmann ergänzte: Themen, für die es ansonsten große Konferenzen bräuchte, könnten in Bonn dank der kurzen Wege und der geballten Kompetenz auf engstem Raum schnell und unbürokratisch besprochen werden.

Wichtig war beiden der Hinweis auf die Organisationen, die Wissenschaft in Bonn fördern, etwa die Alexander von Humboldt-Stiftung. Möglichen Abwanderungstendenzen würde der neue Kooperationsvertrag entgegenwirken. Der Slogan des "Forums Internationale Wissenschaft" lautet ganz im Trend des Stadtmarketings "Ideen, Ideas, Idées". Der Grundstein für die kreative Umsetzung von Ideen ist mit dem frisch unterzeichneten Vertrag gelegt.

Kooperation zwischen Stadt und Universität

Viele Städte arbeiten eng mit ihren Universitäten zusammen, beispielsweise im Marketing. In Bonn besitzt diese Zusammenarbeit jedoch dank der vielen unterschiedlichen Einrichtungen, Organisationen und Behörden eine neue Qualität. Sie bietet die einmalige Chance, unterschiedliche Akteure aus wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Bereichen in strategischen Partnerschaften zusammenu führen.

Eine riesige Vielfalt aus Perspektiven, Theorien und Methoden bündelt sich in Bonn und ermöglicht Partnerschaften und Dialog-Plattformen. Dabei ist die Universität viel mehr als eine Wissenschaftseinrichtung: Sie gilt als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in Bonn und der Region.