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Neue Broschüre über Sankt Gereon in Niederbachem: Alt und prunkvoll

Neue Broschüre über Sankt Gereon in Niederbachem : Alt und prunkvoll

Sie hat schon manches aushalten müssen: den Dreißigjährigen Krieg, in dem die Kirche 1633 und 1636 beschädigt wurde. Dann gab es 1673 auch noch ein schweres Erdbeben, in dessen Folge das Schiff von Sankt Gereon in Niederbachem zwei Jahre später komplett einstürzte.

Dies sind nur zwei Stationen einer mehr als 1000-jährigen Geschichte dieses Gotteshauses. Zusammengetragen hat sie Historiker Frank Hüllen, der für den Pfarrverein nun eine neue Broschüre zusammengestellt hat, die in der Kirche ausliegt.

Es gab schon mal einen Flyer, der war aber längst nicht so aufwändig gestaltet. "Er ist auch schon vergriffen", sagt Hüllen, der selbst Niederbachemer ist. Das sei allerdings mindestens zehn Jahre her. Anfang 2015 entstand somit die Idee, die Kirche an der Mehlemer Straße noch einmal zu präsentieren, den interessierten Besucher die Besonderheiten aufzuzeigen.

Frank Hüllen hatte vor ein paar Jahren schon einmal einen langen Artikel über Sankt Gereon für die Godesberger Heimatblätter geschrieben. Das geht nicht ohne weiteres, dafür war eine intensive Recherche in Archiven notwendig. Der 47-Jährige war dafür in Köln und Düsseldorf. "Ich hatte vor dem Einsturz auch im Kölner Stadtarchiv Unterlagen gesichtet", sagt er. Besonders beeindruckte ihn dabei, dass man dort sogar noch Originale vorgelegt bekam. "Das kann dann schon mal ein Buch von 1518 sein." Im Fall Sankt Gereon waren es viele Unterlagen über das Stift Sankt Gereon in Köln, dem die Kirche in Niederbachem bis zur Säkularisation gehörte, also bis 1802. Die Kirche ist damals enteignet worden.

Der Leser der Broschüre findet viele Fakten und auch Kurioses: Zum Beispiel in einer Beschreibung von 1665: "Die Kirche in Niederbachem ... ist klein und schmutzverkrustet. Sie hat drei Altäre, schön und neu." Hüllen findet, dass der Flyer durchaus ein bisschen unterhaltsam für die Leser sein soll. Er will aber auch den Blick für Details schärfen. So ist ein Ausschnitt aus dem Sebastianusbild abgedruckt. Wer genau hinschaut, sieht im Hintergrund den Rodderberg, die Godesburg, das Bonner Münster und sogar am Horizont den noch im Bau befindlichen Kölner Dom mit Kran. Daneben taucht dann auch - besonders hervorgehoben - die Stiftskirche Sankt Gereon in Köln auf. Auch in den dortigen Archiven wurde der Heimatforscher damals fündig.

Für ihn ist das Niederbachemer Gotteshaus "eine besonders schöne Kirche, alt und traditionsreich". Es spiegele sich viel Geschichte darin. "Sie hat eine reiche Ausstattung, ist recht prunkvoll." Dabei hatte alles um 780 mit einer Kapelle in Holzbauweise angefangen. Um 1000 wurde sie durch einen Bruchsteinbau ersetzt, der dann um 1142 erweitert wurde.

Der Flyer liegt in der Kirche kostenlos zur Mitnahme aus. Bislang sind 500 Exemplare gedruckt worden. Die Kirche an der Mehlemer Straße ist tagsüber täglich geöffnet: Man kann in den Turm hineingehen und durch ein Gitter einen Blick in die Kirche werfen. Der Innenraum ist rund um die Gottesdienste geöffnet.