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Adendorfer Töpfer bieten Blick hinter die Kulissen: Namensbecher sind besonders beliebt

Adendorfer Töpfer bieten Blick hinter die Kulissen : Namensbecher sind besonders beliebt

Ob Krüge, Becher, Vasen oder Schalen: An diesem Töpferwochenende in Adendorf erhielten die zahlreichen Besucher nicht nur Einblick in die Geschichte der Adendorfer Töpfer, sondern bekamen gleichzeitig eine Vielfalt an Töpferwaren zu sehen.

Die beiden Adendorfer Töpfer Peter Hansen und Paul Günther luden in ihre Geschäfte ein und stellten ihre Arbeiten vor. Neben traditioneller Gebrauchskeramik waren auch moderne Kunstwerke und Sonderanfertigungen ausgestellt. Das Töpferhandwerk in Adendorf hat eine lange Tradition. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist das Kunsthandwerk in dem kleinen Ort angesiedelt.

Von den ehemals über 40 Töpfereien in Adendorf sind nur noch wenige übrig geblieben. "Das ist die Problematik in handwerklich orientierten Orten, durch fehlende Nachfolge gibt es immer weniger Betriebe", sagte Peter Hansen.

Doch das Interesse am Töpferhandwerk ist da. "Es herrscht eine große Nachfrage nach dem Wochenende, die Leute sind an der Herstellung und den Betrieben interessiert", erzählte Paul Günther. Das Töpferwochenende fand nun zum dritten Mal statt, die Besucher kamen aus der ganzen Region. "Adendorf ist als Töpferort überregional bekannt und wir wollen die Tradition nicht sterben lassen", sagte Peter Hansen.

Vor zwölf Jahren hat er sich auf die Herstellung von Leuchtobjekten spezialisiert und ist damit deutschlandweit auf Messen und Veranstaltungen unterwegs. Aber auch Altbewährtes, wie Besteckkrüge mit dem Kölschen Grundgesetz, sind in seinem Geschäft zu finden.

Besucher können Geschick beweisen

Als besondere Aktion konnten die Besucher selbst ihr handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen. Besonders Kinder nahmen dieses Angebot begeistert wahr. In Peter Hansens Geschäft wurden in Tonkugeln Löcher gestochen, in deren Inneres später Teelichter oder Lichterketten gelegt werden können. In Paul Günthers Werkstatt wurden mit der Ritztechnik Müslischalen, Teelichthalter und Becher dekoriert, und man konnte sich an der Töpferscheibe versuchen.

Neben der Ausstellungsware wurde den Besuchern das frühere Herstellungsverfahren der Tonwaren anhand von Fotos und einem Film nähergebracht. Zudem gab es einen historischen Holzofen von 1920 zu sehen, in dem zuletzt im Jahr 1988 gebrannt wurde. Der Ofen erreichte damals eine Endtemperatur von 1260 Grad Celsius und die Brenndauer betrug 60 Stunden.

Heute sind besonders Geschenkartikel wie Namensbecher oder Geburtsteller beliebt bei den Kunden. Auch saisonbedingte Dekorationskeramik wie Geisterfiguren zu Halloween und altbewährte Aufbewahrungsmittel wie Brotkästen kommen laut Paul Günther gut an.

Eine große Nachfrage herrscht zudem nach Sonderanfertigungen, bei denen die Kunden frei nach Wunsch alles von der Form bis zu den Farben selbst entscheiden können.

"Schön ist auch, dass die Kunden bei uns sehen, wie ihre Wunschobjekte hergestellt werden", sagte Paul Günther. Und die richtige Qualität der Töpferwaren ist durch das Brennen bei 1200 Grad Celsius auch gegeben.