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Rodung in Bad Godesberg: Baumfällungen sollen für bessere Aussicht sorgen

Rodung in Bad Godesberg : Baumfällungen sollen für bessere Aussicht sorgen

Das Amt für Stadtgrün hat damit begonnen, mehrere Bäume am Godesberg zu fällen oder zurückzuschneiden. Ziel ist es, langfristig vom Godesberg aus wieder eine freie Sicht aufs Siebengebirge und das Rheintal zu haben.

Wer in der Vergangenheit am Godesberg unterwegs war und hoffte, zumindest von oben einen freien Blick auf das Siebengebirge zu haben, wurde enttäuscht. Baumwipfel versperrten den Blick vom Besucherplateau der Godesburg auf Drachenfels und Co., außerdem war die Kapelle vom Parkplatz aus kaum zu sehen. Grund dafür waren dichte Hecken. Das soll sich nun ändern.

Am Dienstag hat das Amt für Stadtgrün damit begonnen, mehrere Bäume am Godesberg zu fällen oder zurückzuschneiden. Auch die Hecken wurden und werden stellenweise beschnitten. Das Ziel: Die historischen Sichtachsen von der Godesburg insbesondere zum Drachenfels sollen wiederhergestellt werden, und zwar sowohl auf dem Plateau und auch unterhalb davon. Damit setzt die Verwaltung einen Beschluss der Bezirksvertretung Bad Godesberg um.

Die Arbeiten zeigten schon am Dienstag Wirkung. Bis allerdings gar nichts mehr den Blick stört, wird es noch einige Jahre dauern. „Es ist die erste Maßnahme von voraussichtlich drei bis fünf innerhalb der nächsten 30 Jahre“, erläuterte Stadtförster Sebastian Korintenberg. Dann sollen niedrigere, dünnere Bäume den Burgberg Richtung Siebengebirge zieren, die leichter zu pflegen und deren Durchforstung nicht mehr so gefährlich ist. Die Sichtachsen werden nach Schätzung des Stadtförsters aber bereits in zehn Jahren frei sein.

Doch warum können nicht sämtliche Arbeiten auf einmal durchgeführt werden? Wegen der Hangstabilität, lautet die Antwort. Denn: Die den Blick beeinträchtigenden Bäume, deren Kronen viel Schatten werfen, werden nach und nach durch jüngere, niedrigere und leichter zu pflegende Bäume ersetzt, erklärt Korintenberg. Geht dies zu schnell, destabilisiert sich der „extrem steile Hang“, weil nicht genug Wurzeln da sind, um den Grund zu sichern, so Korintenberg. In der Folge könnten benachbarte Bäume entwurzelt werden, es könnte auch zu Erdrutschen kommen. Damit dies vermieden wird, müssen laut Korintenberg zwischen den Durchforstungsgängen mindestens fünf Jahre liegen.

Derzeit werden im unteren Teil des Hanges, Richtung Siebengebirge und Godesberger Innenstadt, eine Rosskastanie und eine Hainbuche geköpft, zehn Hartlaubbäume wie zum Beispiel Esche und Bergahorn gefällt. Teilweise übernimmt das die Stadt, teilweise wird ein so genannter Baumkletterer hinzugezogen, erklärt Korintenberg. Der muss einspringen, wenn die Bäume nicht „normal“ gefällt, sondern von oben scheibchenweise gekürzt werden müssen, so der Stadtförster. Oberhalb des Weges, zur Godesburg hin, müssen insgesamt sieben Bäume weichen, außerdem wird dort das Gebüsch auf den Stock gesetzt.

„Es sind immer vier bis fünf Leute im Einsatz“, sagt Korinthenberg. Am Dienstag waren das neben Forstwirtschaftsmeister Christoph Söte zwei Auszubildende und zwei FÖJler, die ihr freiwilliges ökologisches Jahr ableisten. Das Team hat zwei Probleme: Erstens die zahlreichen Wege, die während der Arbeiten abgesperrt werden müssen, und die trotzdem weiterhin von Passanten genutzt werden. „Deswegen stellen wir noch Extraposten auf, wenn wir größere Bäume fällen.“ Die zweite Schwierigkeit ist der Müll, den die Mitarbeiter zuhauf am Burgberg finden. Hauptsächlich handelt es sich um Glasflaschen, die das Team einsammelt.

Spielt die Witterung mit, sind die städtischen Mitarbeiter Ende der Woche fertig. Im Frühjahr sollen daran anschließend laut Presseamt alle Wege auf dem Burgberg professionell instand gesetzt werden.