Hohes Verkehrsaufkommen in Plittersdorf Verkehrskonzept für die Turmstraße

PLITTERSDORF · Die Anwohner der Turmstraße haben in ihrer Bedrängnis, verursacht durch höhere Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür, Aussicht auf politische Hilfe. Die jedenfalls wollen ihnen die Mitglieder der Bezirksvertretung Bad Godesberg gewähren, wie in dem Gremium nun einstimmig beschlossen wurde.

 Die Turmstraße ist Tempo-30-Zone. Geschwindigkeitsüberschreitungen sind aber nicht das Problem. Vielmehr leiden die Anwohner durch Schleich- oder Zielverkehr zu den internationalen Einrichtungen in ihrer Nachbarschaft. FOTO: RONALD FRIESE

Die Turmstraße ist Tempo-30-Zone. Geschwindigkeitsüberschreitungen sind aber nicht das Problem. Vielmehr leiden die Anwohner durch Schleich- oder Zielverkehr zu den internationalen Einrichtungen in ihrer Nachbarschaft. FOTO: RONALD FRIESE

Foto: Ronald Friese

Wie berichtet, fordern die Anlieger ein tragfähiges Verkehrskonzept, das idealerweise gleich eine ganze Reihe an Problemen lösen soll.

Entsprechend fiel nun auch der Beschluss der Kommunalpolitiker aus. So soll die Stadt - sobald die Kanalbaustelle Vergangenheit ist - ein Verkehrskonzept für die Turmstraße erstellen, geeignete Maßnahmen zur Entschärfung der Situation inklusive.

Doch das ist noch nicht alles: Das Konzept soll sich auch auf das umliegende Gebiet erstrecken und unter anderem Donatus-, Kreisauer- und Mittelstraße mit einbeziehen. Allzu lange dürfte es nicht mehr dauern, bis die Stadt tätig wird. Denn seit gestern ist die Turmstraße wieder frei, wie vor Ort zu beobachten war.

Verkehr weicht über die Turmstraße aus

"Es ist mehr ein Hilferuf als ein Bürgerantrag", sagte einer der Antragsteller, der seit 16 Jahren in der Turmstraße wohnt. Seitdem habe der Verkehr drastisch zugenommen. Die Gründe sieht er unter anderem in der Expansion der Institutionen der Vereinten Nationen und der Bonn International School. Außerdem gebe es immer wieder Baumaßnahmen in der Umgebung. Die Konsequenz: Der Verkehr weicht aus - und das teilweise über die Turmstraße.

Man unterstütze den Antrag, sagte Ulli Hauschild (FDP). Und bezog die Donatusstraße mit ein. Denn diese sei "als Erschließungsstraße für das Gebiet an der Kreisauer Straße nicht geeignet". "Wir brauchen ein Verkehrskonzept für Mittel-, Ubier- und Konstantinstraße. Das fordern wir seit Jahren", meinte CDU-Fraktionschef Philipp Lerch. Das müsse auch Dinge wie Verkehrsberuhigung, Radweg, Kreisel und ähnliches, und zwar für das Gebiet vom Römerplatz "bis mindestens zur Autobahn" enthalten, betonte Lerch. Wichtig sei "die Verlagerung der Hauptachse auf die B 9".

Kein Bedarf für Gesamtkonzept

Zu weiteren Forderungen der Anwohner äußerte sich Axel Reiß vom Straßenverkehrsamt: So gelte an der Feuerwehrzufahrt ein Halteverbot, am Zebrastreifen müsse die Sichtweite 30 Meter betragen, was im konkreten Falle auch eingehalten werde. Dass Pfosten vermehrt umgefahren würden, so Reiß, sei ein Problem, das es überall gebe. "Es passiert dort nicht auffallend oft", so der Vertreter aus dem Stadthaus.

Bisher habe man seitens der Verwaltung für ein Gesamtkonzept keinen großen Bedarf gesehen. Doch stimme man den Anliegern insofern zu, als es durch die Neubauten zusätzlichen Verkehr gebe. Würde man die Donatusstraße zur Anliegerstraße machen, würde der Verkehr in andere Straßen verdrängt werden, so Reiß. Für die Turmstraße lägen bislang keine Verkehrsbelastungszahlen vor.

Neben dem höheren Verkehrsaufkommen durch Neubaugebiete werden die Probleme auf der Turmstraße zuweilen durch Ausweichverkehr verursacht: Wenn sich auf der B 9 der Verkehr knubbelt, dann suchen sich Autofahrer gerne einen Weg über die sogenannte MUK-Strecke, die parallel zur Bundesstraße verlaufende Achse von Mittel-, Ubier- und Konstantinstraße.

Wird es auch dort eng, dient der Plittersdorfer Ortskern über die Turmstraße als beliebte Alternative. Hinsichtlich der Neubauten im Ort ist die Entwicklung noch nicht zu Ende: Auf dem Gelände der früheren bulgarischen Botschaft wird bereits fleißig gebaut.

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