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Kommentar zum Containerdorf: Auf die Tube drücken

Kommentar zum Containerdorf : Auf die Tube drücken

Eine interessante Idee hat die Jamaika-Koalition da ins Gespräch gebracht. Das Zusammenleben von Flüchtlingen und Studenten ist sicherlich kein Heilsbringer für die Wohnungsnot der jungen Studenten, könnte aber ein sinnvoller Beitrag zum Miteinander zwischen Migranten und Deutschen sein.

Solch niedrigschwellige Begegnungen versprechen viel größeren Erfolg bei der sprachlichen Entwicklung von Zugezogenen und der Annäherung der Kulturen als das Bleiben unter sich. Ein durchmischtes Quartier hat einen besonderen Reiz. Zugleich würde die Stadt bei einer Umsetzung in Pützchen einen finanziellen Mehrwert schaffen und die Auslastung der Container verbessern und deutlich flexibler halten. In Lüneburg hat ein ähnliches Projekt für Aufsehen gesorgt. Dort zieht man ein Jahr danach ein positives Zwischenfazit.

Nachdenklich stimmt dagegen das Tempo bei der Innenausstattung der Wohncontainer an der Siegburger Straße. Im Mai hat die Stadt mit dem Aufbau des Containerdorfes begonnen. Die Innenausstattung ist immer noch nicht fertig, dabei besteht sie pro Bewohner aus einem Bett, einem Schrank, einem Stuhl und einem Tisch. Obwohl auch Lieferschwierigkeiten Grund für die Verzögerungen waren, gewinnt man nicht gerade den Eindruck, dass die Verwaltung es an dieser Stelle eilig hat.

Der tatsächliche Einzug soll nun erst im kommenden Frühjahr erfolgen. Angesichts der hohen Kosten von vier Millionen Euro muss die Stadt auf die Tube drücken. Der politische Beschluss liegt ein Jahr zurück, die Beueler warten immer noch auf ihre Nachbarn.