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Arabischer Kulturverein Bonn: Gemeinde darf Moschee in Beuel erweitern

Arabischer Kulturverein Bonn : Gemeinde darf Moschee in Beuel erweitern

Der Arabische Kulturverein darf die Al-Muhsinin-Moschee am Schwarzen Weg in Beuel erweitern. Doch es gibt Einschränkungen: Die Gemeinde muss auf einen Jugendtreff verzichten.

Der Arabische Kulturverein, der die Al-Muhsinin-Moschee im Schwarzen Weg in Beuel betreibt, möchte diese vergrößern. Dies geht aus einer Bauvoranfrage hervor, die die Stadtverwaltung am vergangenen Montag positiv beschieden hat.

"Es handelt sich um ein separates Gebäude für Lager- und Büroräume", sagte Kristina Buchmiller vom Presseamt der Stadt auf Anfrage. Außerdem soll auch eine Tiefgarage mit bis zu 22 Stellplätzen entstehen.

Im vergangenen Unterausschuss für Bauplanung waren die Pläne der Moschee eines der Themen. Laut des Bauordnungsamtes hatte der Arabische Kulturverein bereits Ende Dezember 2017 eine erste Bauvoranfrage an die Stadt gestellt. Damals wollte der Verein noch einen Jugendtreff auf seinem Gelände errichten. Dies ist dort allerdings nicht erlaubt.

"Es handelt sich um ein Gewerbegebiet, in dem soziale Einrichtungen nur in Ausnahmen zulässig sind. Diese Ausnahme wurde bereits einmal mit der Genehmigung der Moschee gewährt", sagte Buchmiller. In der unmittelbaren Nachbarschaft der Moschee befinden sich mehrere Autoverwerter, aber auch ein Kunststoffwerk. Mit ihrem blau-gelben Anstrich fällt die Moschee zwischen den gewerblichen Gebäuden gleich ins Auge. Die nun geplanten Lager- und Büroräume müssen seitens der Stadt genehmigt werden, da diese in dem Beueler Gewerbegebiet zulässig sind.

Von Bauvoranfrage zurück getreten

Der Arabische Kulturverein trat am 1. Juni 2018 von seiner Bauvoranfrage, die den Jugendtreff beinhaltete, zurück. Mehr als sechs Monate später reichte der Verein dann eine überarbeitete Bauvoranfrage bei der Stadt ein, die nun die neuen Räume sowie die Tiefgarage beinhaltet. Buchmiller betonte, dass nun erst die Anfrage beraten wurde, es gebe noch keinen Bauantrag.

Unter vorgehaltener Hand kam während der Unterausschusssitzung die Frage auf, ob die Moschee die geplanten Lager- und Büroräume auch tatsächlich als solche nutzen werde und am Ende nicht doch als Jugendtreff. Dies sei laut Stadt nach dem Bau sehr schwierig zu kontrollieren. "Errichtete Gebäude werden vom Bauordnungsamt abgenommen, so wie sie genehmigt wurden. Weitere Kontrollen erfolgen nicht", so Buchmiller. Erfahrungsgemäß würden sich Bürger aber bei einer nicht genehmigten Nutzung an das Bauordnungsamt wenden, so dass diese dann kontrolliert werden könnten, heißt es vonseiten der Stadt.

"Wenn jemand eine Bauvoranfrage oder einen Bauantrag stellt und diese innerhalb des Bebauungsplanes in Ordnung sind, müssen diese auch von der Kommune genehmigt werden", meinte Dieter Schaper, der für die SPD in der Bezirksvertretung Beuel sitzt, auf GA-Anfrage. Bedenken, dass die neuen Räume anders genutzt werden könnten, seien derzeit eine reine Spekulation. Dass das Bauordnungsamt im Nachhinein nicht von selbst kontrollieren könne, ob die Räume so genutzt werden, wie sie sollten, glaubt Schaper indes nicht.

Ähnlich äußerte sich Michael Seeland von den Grünen. "Möglichkeiten, dies zu kontrollieren, sollte es wohl geben", sagte der Bezirksverordnete. Seeland wunderte sich über die geänderte Anfrage des Vereins, den Jugendtreff nun plötzlich für andere Räumlichkeiten aufzugeben. "Bislang waren mir keine der Pläne bekannt. Ich werde das Thema aber auch noch einmal gemeinsam mit der Fraktion besprechen", so der Grünen-Politiker. Eine schriftliche GA-Anfrage zu den geplanten Bautätigkeiten ließ der Arabische Kulturverein über mehrere Tage unbeantwortet, auch telefonisch war er nicht zu erreichen.