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Initiative in Bonn gescheitert: Keine Rettung für Brunnen aus dem Bonner Loch

Initiative in Bonn gescheitert : Keine Rettung für Brunnen aus dem Bonner Loch

Der Beueler Kunsthistoriker Gerhard Geiß hat sich für den Erhalt und Wiederaufbau der Anlage vor dem geplanten Hotelneubau von "Urban Soul" eingesetzt. Vergeblich. Der Projektentwickler hat den Brunnen inzwischen abgerissen.

Das die Glasmalerei-Fassade des ehemaligen Viktoriabads an der Franziskanerstraße heute ein Denkmal ist, ist Gerhard Geiß zu verdanken. Der Kunsthistoriker aus Beuel hatte sich nach der Schließung des Innenstadt-Bads 2010 für den Erhalt der Fassade und den Eintrag in die Denkmalliste der Stadt stark gemacht. Jetzt setzt sich Geiß für den Erhalt und Wiederaufbau der Brunnenanlage im Bonner Loch ein.

Sein Vorschlag: Die Anlage, die er als "minimalistisches Kunstwerk" des Architekten des Bonner Lochs, Friedrich Spengelin, und dessen Ehefrau bezeichnet, könnte auf der späteren Piazza des von Urban Soul auf dem Nordfeld geplanten Hotelneubaus aufgebaut und wieder als Wasserspiel betrieben werden. Oder man sucht nach einem anderen Ort für den Brunnen, so Geiß.

"Auf jeden Fall sollte man die letzte Gelegenheit, die bisher unversehrte Anlage für Bonn, für die an modernen Brunnen arme Stadt und seine Bürger zu retten, zugleich ein ästhetisch hervorragendes Erinnerungsmal an das stadtgeschichtlich in jeder Hinsicht bedeutsame und sagenhafte Bonner Loch zu erhalten, am Schopf ergreifen", schreibt Geiß dem Projektentwickler von Urban Soul - "the developer". Das Schreiben hat er in Kopie an alle Ratsfraktionen sowie an die Stadtverwaltung weitergeleitet.

Brunnenanlage seit 2009 außer Betrieb

Schützenhilfe bekommt Geiß von Carl J. Bachem, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine. Auch für handelt es sich bei der Brunnenanlage aus kunst- und stadthistorischer Sicht um ein bedeutsames Kunstwerk, das erhalten werden müsse. "Die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine - der alle - über 20 - Bonner Geschichts- und Denkmalvereine angehören - unterstützt diese Initiative und fordert die Stadt und zugleich die betroffene Baugesellschaft auf, dieses Denkmal zu sichern und - an anderem Platz - in die Zukunft zu überführen", schreibt Bachem in seiner Stellungnahme an die Projektentwicklungsgesellschaft und die Stadt Bonn.

Wie "the developer" diesen Vorschlag bewertet, war trotz schriftlicher Anfrage nicht zu erfahren. Die Stadt Bonn teilte auf GA-Nachfrage mit, die Brunnenanlage sei zuletzt vor drei Jahren von Graffiti und Schmutz gereinigt worden und seit 2009 außer Betrieb gewesen.

Am Donnerstagabend meldete sich Geiß beim GA und wies darauf hin, dass die Brunnenanlage am Nachmittag mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen worden sei. "Mit entsprechenden Defekten an den Steinelementen", sagte Geiß sichtlich enttäuscht. "Damit darf von einer endgültigen Ablehnung eines späteren Einbaus innerhalb der Urban Soul-Gesamtanlage ausgegangen werden."