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Saatgut- und Pflanzenbörse: Seltene Kräuter zum Saisonbeginn

Saatgut- und Pflanzenbörse : Seltene Kräuter zum Saisonbeginn

Mit Beginn des Frühlings beginnt bekanntlich auch die Zeit des Pflanzens und des Säens verschiedener Gemüsesorten. So kommen Hobbygärtner gern zur Saatgut- und Pflanzenbörse im Poppelsdorfer Nutzpflanzengarten. Dort tauschen sie jedes Jahr ihr selbst geerntetes Saatgut mit Gleichgesinnten.

Wer jetzt mit leeren Händen kam, erhielt ebenfalls Saatgut und Pflanzen, wurde aber gebeten, etwas zu spenden. Insbesondere die Vielfalt an Nutzpflanzen ist es, die die Leute zu der jährlichen Börse lockt: „Wir haben hier allein mindestens zwölf verschiedene Bohnensorten“, sagte Susanne Gura, Mitglied des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, der die Börse in Kooperation mit den Botanischen Gärten der Uni Bonn organisiert.

Für Irene Streit hatte sich der Besuch schon nach wenigen Minuten gelohnt: Mit drei Sorten Bohnen und Baumspinat ging sie nach Hause. Letzteren hatte sie am Stand von Monika Hochfeld entdeckt. „Ich biete hier alles an, was in meinem eigenen Garten wächst.

Man hat ja meistens zu viel“, sagte Hochfeld. Beim Baumspinat wurde auch Anna-Maria Mayntz neugierig. Sie verließ ihren eigenen Stand, um sich das Gemüse ihrer Nachbarin näher anzusehen. Diese holt sofort ein Buch hervor: „So sieht der aus.

Den bereitet man später wie Spinat zu“, erklärte Hochfeld. Ihr Sammelsurium an Saatgut und Pflanzen habe sie teilweise auch von Bekannten erhalten, sagte sie. Dazu zählen unter anderem „Bonner fadenlose Bauern“ – dahinter verbergen sich Stangenbohnen.

Bei Anna-Maria Mayntz selbst findet man ebenfalls vielfältige Pflanzen: „Ich habe einen Bauerngarten“, sagte sie. In ihrem Sortiment befinden sich Goldlack und Akeleien sowie Storchenschnabelgewächse und Bärlauch: „Davon habe ich so viel, dass ich auch etwas abgeben kann“, sagt Mayntz.

Bärlauch ist genau das, wonach Manfred Hohmann, der schon Currykraut, Currystrauch und Borretsch (Gurkenkraut) für sich entdeckt hat, noch sucht. „Hier gibt es ein breit gefächertes Angebot“, sagte Hohmann und freute sich über seinen Fund.

Am Stand von Josef Manner lag der Schwerpunkt auf lokalen Sorten: „Wir bieten unter anderem Bohnen und Salate an, die wir teils auch über Landwirte und Gärtner bekommen haben“, meinte Manner. Dorli Saure entdeckte an einem Stand Honigmelonensalbei: „Das duftet sehr gut.“