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Bonner Landtagskandidaten: Sozial- und Arbeitspolitik auf dem Prüfstand

Bonner Landtagskandidaten : Sozial- und Arbeitspolitik auf dem Prüfstand

Der Gewerkschaftsbund Bonn/Rhein-Sieg diskutiert mit den Bonner Landtagskandidaten. Neben Sozial-, Arbeits- und Bildungspolitik steht auch der Wohnungsbau in der Stadt zur Debatte.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bonn/Rhein-Sieg hat am Mittwochabend vier Bonner Landtagskandidaten auf den Zahn gefühlt. Schwerpunkt der Podiumsdiskussion im DGB-Haus waren Sozial-, Arbeits- und Bildungspolitik. „Für eine gute Zukunft brauchen wir sozialversicherte und unbefristete Arbeitsplätze. Wir müssen zurück zu mehr Tarifbindung und stärker gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgehen“, sagte der DGB-Kreisvorsitzende und Moderator Bernd Weede. Außerdem sei der Bau von Gewerbeflächen und Wohnraum ein zentrales Thema in Bonn.

„Wir haben eine starke Armut in NRW, die sich langsam an 20 Prozent heranpirscht“, sagte Michael Aggelidis (Die Linke). Es müssten 500 000 neue Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und 100 000 Wohnungen im Land gebaut werden.

Die Wohnungsbauförderung des Landes sei vorhanden, werde aber nicht nachgefragt, sagte Rolf Beu (Grüne). Investoren seien eher daran interessiert, Wohnungen bestmöglich zu vermarkten. Er forderte außerdem kostenfreie Bildung. Kinderarmut sei das Ergebnis von Elternarmut, so Beu.

Wohnraummangel ist ein Thema

Christos Katzidis (CDU) hält für besonders schädlich, „wenn Menschen nur befristete Arbeitsverträge bekommen“. Die Landesregierung müsse im eigenen Hause ansetzen und zum Beispiel die 12 000 befristeten Lehrerstellen entfristen. Die Stadt Bonn könne den Wohnraumbedarf alleine nicht decken und brauche eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit.

„Der Wohnraummangel ist in der Breite der Bevölkerung angekommen“, sagte Peter Kox (SPD). Es müssten mehr geförderte Wohnungen gebaut werden. Er wandte sich gegen den Vorwurf einer Bürokratisierung des Arbeitsmarktes durch die Landesregierung. „Es müssen die richtigen Arbeitsplätze entstehen.“

Ratsherr Achim Kansy vertrat FDP-Kandidat Joachim Stamp, der am Untersuchungsausschuss zum Berlin-Attentäter Anis Amri teilnahm. Größtes Problem sei die Wachstumsschwäche des Landes, so Kansy, was auch weniger sozialversicherungspflichtige Jobs bedeute. Es müsse außerdem mehr in Bildung und lebenslanges Lernen investiert werden.