Allerheiligen Trauerwoche im Münster mit Ausstellung und Gebeten

Bonn · Das Ende des Kirchenjahres ist die Zeit, wo der Verstorbenen gedacht wird. Gestern an Allerheiligen brannten überall auf den Bonner Friedhöfen Lichter. Im Münster wurde die Erlebnisausstellung zum Thema Tod eröffnet, die noch bis Dienstag, 5. November, zu sehen ist.

Auf dem Alten Friedhof in Bonn brennen Grablichter.

Auf dem Alten Friedhof in Bonn brennen Grablichter.

Foto: Barbara Frommann

An sieben Stationen geht es um Abschiedsrituale, Begräbnisformen, den Tod in anderen Religionen, Hoffnungen, Ängste und Trost. Am Eingang der Basilika liegen zurzeit Kontaktkarten aus, über die ganz unabhängig von der Ausstellung Gespräche mit den Trauerbegleitern der Citypastoral vereinbart werden können. Nach den Gottesdiensten gibt es jeweils eine kurze Einführung in die Ausstellung.

Heute an Allerseelen wird in den Gottesdiensten der Verstorbenen gedacht. Nach der Eucharistiefeier um 9 Uhr zieht die Prozession zu den Gräbern im Kreuzgang, um dort zu beten. Um 19 wird die Toten-Vesper, ein Abendgebet für alle Verstorbenen, gehalten.

Der mittelalterliche Kreuzgang am Bonner Münster ist seit seiner Entstehung vor fast 1000 Jahren auch eine Begräbnisstätte, wovon zahlreiche Grabplatten zeugen. Doch die Bestattungskultur im Gebiet des heutigen Münsters ist noch viel älter, denn bereits in der Antike gab es dort zunächst ein römisches Gräberfeld und später eine Nekropole. Einige Sarkophage sind heute noch im Kreuzgang zu sehen. "Mitten im Leben vom Tod umfangen" lautet der Titel eines Buchs über den Kreuzgang als Bestattungsort. Autor Stefan Bodemann erläutert darin die jahrhundertealten Grabplatten und übersetzt die Inschriften, die Interessantes und teils Skurriles über das Leben des Verstorbenen erzählen. Das Buch ist im Münster-Laden, Gerhard-von-Are-Straße 1, zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

Vom Montag bis Samstag, 4. bis 9. November, greift auch das Mittagsgebet um 12.15 Uhr im Hochchor der Basilika das Thema Trauer und Tod auf. "Wir singen Lieder, durch die wir unsere Stimmung besser zum Ausdruck bringen können als durch viele Worte. Wir meditieren tröstende Psalmen aus dem Totenoffizium und halten jeden Tag Fürbitte für unsere Toten", sagt Projektleiterin Susanne Bethke. Wer möchte, dass während der Trauerwoche der Name eines Verstorbenen verlesen wird, kann diesen, versehen mit dem gewünschten Tag, auf einer Karte (liegen im Münster aus) oder per Mail an susanne.bethke@katholisch-bonn.de einreichen.

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