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Neujahrsempfang der Johannisloge: Ursprung der Freimaurer untersucht

Neujahrsempfang der Johannisloge : Ursprung der Freimaurer untersucht

Wenn die Freimaurer für eines bekannt sind, dann für ihre Geschlossenheit. Beim Neujahrsempfang der Johannisloge "Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz" im Collegium Leoninum bewies das Logenmeister Sascha Lubitz in seinem Jahresrückblick.

"Wir dienen dem Orden, was im Jahr passiert ist, wisst ihr ja schon", lauteten seine knappen Worte an die Gäste. Die vier Tugenden der Freimaurer sind eben Vorsichtigkeit, Barmherzigkeit, Mäßigkeit und Verschwiegenheit. Etwas ließ er dann doch durchblicken. "Wir haben unsere Beziehungen zur Kölner Loge verbessert", sagte er.

Die Mitgliederzahl sei im vergangenen Jahr auf über 80 gestiegen. Dass auch mehr junge Menschen zu den Freimaurern kommen, erklärt er sich mit der Besinnung auf Tradition und die ritterlichen Werte: "Das ist unser oberstes Ziel, die Gesellschaft zu verbessern, indem wir an uns selbst arbeiten", so Lubitz. Für das 200. Jubiläum der Bonner Freimaurer 2016 sei man jetzt schon in den Vorbereitungen: Zwei Tage lang soll mit Gästen aus der ganzen Welt gefeiert werden.

Ganz offen ging Prof. Dr. Jan Snoek von der Universität Heidelberg mit den Ordensträgern um. Anhand von bestehenden Untersuchungen fand er heraus, dass die lange für richtig gehaltene Entstehungsgeschichte falsch sein musste. Danach hätten sich die Freimaurer Anfang des 18. Jahrhunderts aus Treffen von Baufacharbeitern gegründet. Später seien auch "immer mehr Gentlemen" in die Logen aufgenommen worden.

Aus alten Dokumenten gehe allerdings hervor, dass es in Schottland bereits um 1598 Freimaurer gegeben haben soll. Als Startpunkt gelten die Publikationen von Abt Suger, die das Denken der Freimaurer stark geprägt hätten. Der baute 1137 die erste gotische Kathedrale und gilt als Erfinder der Gotik. Snoeks Fazit: Die Freimaurerei muss irgendwann dazwischen entstanden sein. Aber nicht an einem Datum, sondern vielmehr in einem fließenden Prozess.