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Kommentar: Obamas Gesundheitsreform vor Gericht - Eine Schande

Kommentar : Obamas Gesundheitsreform vor Gericht - Eine Schande

Zu den amerikanischen Gründungs-Mythen gehört ein Leben in Freiheit. Und das unbegrenzte Streben nach Glück. Das garantiert die Verfassung - auf dem Papier. Wer krank ist und plötzlich arbeitslos wird, steht in den USA schnell vor dem Ruin.

Die ortsübliche Praxis vieler Versicherungen, teuren Patienten einfach zu kündigen oder ihre Prämien ins Unbezahlbare zu erhöhen, ist ein Schandfleck.

Präsident Obama will die USA von dem Makel befreien, das einzige Industrieland von Rang zu sein, das Millionen Menschen im Krankheitsfall allein lässt. Sollte seine mit Ach und Krach durch den Kongress geboxte Gesundheitsreform scheitern, die seit gestern Sache der obersten Richter ist, fielen nach Berechnungen der Regierung im schlimmsten Fall 130 Millionen Amerikaner durch den Rost der Krankenversicherungen.

Angesichts solcher Zahlen ist der Kreuzzug, den die Republikaner gegen das Projekt führen, befremdlich. Das gilt noch mehr für die breite Ablehnung in der Bevölkerung. Wer versucht, ihr auf den Grund zu gehen, stößt auf eine Mischung aus Uninformiertheit und blankem Hass. Der von den Republikanern und etlichen Medien gezielt geschürte Eindruck, Obama wolle dem Sozialismus die Hintertür öffnen, ist weit verbreitet.

Auf den neun höchsten Richtern Amerikas lastet eine enorme Verantwortung. Erklären sie die Reform für verfassungswidrig, ist Obama im November Geschichte. Dann steht ab 2013 ein republikanischer Präsident vor dem gleichen Skandal. Ohne eine bessere Lösung zu haben.