Agentur für Arbeit Langzeitarbeitslose finden wieder Jobs

BONN/REGION · Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in der Region Bonn/Rhein-Sieg im Juni insgesamt positiv entwickelt und ist nicht weit von der Vorjahresquote entfernt. 6,3 Prozent aller "zivilen Erwerbspersonen", wie es im Beamtendeutsch heißt, waren im Juni arbeitslos (Juni 2013: 6,2 Prozent).

 Ein Erntehelfer auf dem Feld. Wegen des milden Winters entwickelt sich der Arbeitsmarkt derzeit nur gebremst positiv.

Ein Erntehelfer auf dem Feld. Wegen des milden Winters entwickelt sich der Arbeitsmarkt derzeit nur gebremst positiv.

Foto: dpa

Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Rückgang um 0,1 Punkte, gleichbedeutend mit 253 Menschen mehr, die einen Job gefunden haben.

Insgesamt sind 29.598 Menschen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos. Positiv: Der Juni war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem die Arbeitslosenquote gesunken ist.

Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass es weniger Langzeitarbeitslose gibt. "Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen im Versichertenbereich ist bereits im Vormonat leicht und im aktuellen Monat erfreulich deutlich gesunken", sagte Marita Schmickler-Herriger, Leiterin der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Das neu eingeführte Team für ganzheitliche Integrationsleistung habe dazu einen Beitrag geleistet: "So konnten von April 2013 bis Mai dieses Jahres 949 Menschen mit komplexen Lebenssituationen nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden."

Außer in Königswinter (plus elf Arbeitslose) ist die Arbeitslosigkeit in allen Bezirken der Agentur für Arbeit zurückgegangen. Besonders stark sank die Arbeitslosenquote auf kommunaler Ebene in Bornheim (-6,3 Prozent) und Lohmar (-5,2 Prozent). In Bonn ging sie um 0,1 Prozent zurück. 11.604 Menschen suchen in der Bundesstadt einen Job. Im Rhein-Sieg-Kreis sind dies 17.994 Menschen bei gleichbleibender Quote.

Der Arbeitsmarkt in der Region" Der Ausbildungsmarkt der Region entwickelt sich auf beiden Seiten sehr erfreulich", sagte Ralf Steinhauer, Leiter der Berufsberatung. "Zum einen nutzen so viele Jugendliche wie noch nie die Vermittlung in Ausbildung. Zum anderen können wir knapp 350 Ausbildungsstellen mehr als im Vorjahr anbieten. Derzeit sind noch über 2000 offene Ausbildungsplätze gemeldet." Dem gegenüber stehen 2014 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.

Auch im Kreis Ahrweiler entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr günstig: Die Arbeitslosenquote bleibt zwar mit vier Prozent auf dem Niveau des Vormonats, liegt aber um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Juni 2013. Im Kreis Neuwied sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

Die stabile Konjunktur sorgt auch in Nordrhein-Westfalen zum Start in den Sommer für eine freundliche Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. Im Juni sank die Arbeitslosenquote auf 8,2 Prozent, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mit. Das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Mai. Landesweit waren 760 803 Menschen ohne Arbeit. Positiv habe sich auch die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelt. Den Unternehmen falle es zunehmend schwer, den Fachkräftebedarf für die Zukunft zu decken, erklärte die Leiterin der Behörde, Christiane Schönefeld.

Der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt hat an Schwung verloren. In der zweiten Jahreshälfte sei nicht mehr mit einem so starken Rückgang der Arbeitslosigkeit und einer so großen Zunahme von Beschäftigung wie zuletzt zu rechnen, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Der Rückgang fiel im Juni bereits geringer als üblich aus.

Insgesamt verringerte sich die Zahl der Jobsuchenden in Deutschland im Vergleich zum Mai um 49.000 auf 2,833 Millionen. Damit fiel der Rückgang schwächer aus als in den vergangenen Jahren im Juni üblich.

Weise nannte dies eine Spätfolge des milden Winters. Durch diesen war die Arbeitslosigkeit in den kalten Monaten weniger stark gestiegen als üblich, entsprechend falle nun der Rückgang der Arbeitslosenzahl geringer aus. Saisonbereinigt und damit ohne die Effekte des Wetters stieg die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Mai deshalb um 9000. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

Europa

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum bleibt trotz einer leichten Konjunkturerholung auf hohem Niveau. Die Arbeitslosenquote betrug im Mai - wie schon im April - 11,6 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. In den 18 Euroländern waren im Mai rund 18,5 Millionen Menschen ohne Arbeit. In den Vormonaten März und Februar lag die Quote bei jeweils 11,7 Prozent. Ein leichter Rückgang seit dem Rekordwert von zwölf Prozent, der den Großteil des vergangenen Jahres prägte. Besonders hoch sind die Arbeitslosenquoten in Spanien (25,1 Prozent) und Griechenland (26,8 Prozent).

Detaillierte Statistiken zu Städten und Gemeinden sowie eine interaktive Karte finden Sie auf www.ga.de/arbeitsmarkt

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