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Dernau, Rech und Mayschoß wollen enger zusammenarbeiten

„Zukunft Mittelahr“ : Dernau, Rech und Mayschoß wollen enger zusammenarbeiten

Der Gemeinderat in Dernau hat die Gründung einer Gesellschaft „Zukunft Mittelahr“ zusammen mit Rech und Mayschoß beschlossen. Die drei Gemeinden wollen stärker kooperieren.

Dernau, Rech und Mayschoß, die drei Gemeinden an der Mittelahr im sogenannten „Saffenburger Ländchen“, wollen künftig enger zusammenarbeiten. Am Anfang steht eine Kooperation zur Organisation des Wiederaufbaus. Unter anderem ist zunächst beabsichtigt, ein Containerdorf für Handwerker im Dernauer Gewerbegebiet einzurichten.

Zur Organisation des gemeinsamen Wiederaufbaus wollen die Gemeinden eine Arbeitsgemeinschaft des öffentlichen Rechts (AöR) als Wiederaufbau- und Zukunftsgesellschaft gründen. Damit wollen sie „den Wiederaufbau und die Entwicklung in den drei Ortsgemeinden“ aktiv koordinieren, so der Entwurf für die Satzung. Die Gesellschaft ist gedacht als „zentraler Ansprechpartner für alle Verwaltungs- und politischen Strukturen und Gremien“. Die Initiatoren glauben auch, auf diese Weise in der Umsetzung von Projekten schnell und flexibel reagieren zu können. Als Sachgebiete nannte Dernaus Ortsbürgermeister Alfred Sebastian im Gemeinderat unter anderem Tourismus, Weinbau, Sport, Verkehr, Kita, Senioren.

Dernau macht den Anfang

Als Erster im Dreier-Bund beschloss jetzt der Dernauer Gemeinderat bei einer Gegenstimme die Gründung der Gesellschaft „Zukunft Mittelahr“. Wie Sebastian ausführte, wollen Rech und Mayschoß folgen. In der Bürgermeister-Dienstbesprechung habe es Diskussionen gegeben, da andere von der Flut betroffene Gemeinden wie Altenahr und Ahrbrück nicht beteiligt seien. „Wir haben so viel zu tun und können uns nicht noch mit weiteren Problemen befassen“, hieß es dazu im Dernauer Rat.

Wenn später eine übergeordnete Arbeitsgemeinschaft für die Verbandsgemeinde gegründet werden sollte, die die Interessen der Mittelahr-Gemeinden in gleicher Weise berücksichtige, könne die Gesellschaft der drei Gemeinden in diese einfließen. So steht es auch in der Präambel für den Entwurf der Satzung.

Informationsversammlungen für Einwohner

„Jeder der drei Gemeinderäte muss das beschließen, damit wir Fahrt aufnehmen können“, sagte Sebastian. Für den Fall, dass das Land die Gründung einer AöR nicht akzeptiere, solle eine GmbH gegründet werden.

Sebastian informierte über die für Freitag, 15. Oktober, 17.30 Uhr, im Zelt an der Gartenstraße in Dernau angesetzte Einwohnerversammlung. Dort will die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) erläutern, was beim Wiederaufbau und bei Neubauten im neu festgesetzten Überschwemmungsgebiet möglich ist. Bei Neubauten müssten die neuen Richtlinien eingehalten werden, so Sebastian, bei Sanierungen werde dies empfohlen. Bei einer zweiten Einwohnerversammlung am Mittwoch, 20. Oktober, werde die Energieversorgung Rheinland-Pfalz über Möglichkeiten für ein Wärmenetz informieren. Er hoffe, dass die Anlage zu 90 Prozent gefördert werde und sich ausreichend Interessenten fänden, so Sebastian.