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Niedrigwasser im Rhein: Probleme bei Fähren und Ausflugsschiffen

Auswirkungen im Rhein : Niedrigwasser macht immer mehr Fähren und Fahrgastschiffen Probleme

Der Rheinpegel sinkt weiter. Einige Fahrgastschiff-Unternehmen und Fährbetriebe, die im Siebengebirge unterwegs sind, nehmen erste Anpassungen vor, damit der Betrieb uneingeschränkt weitergehen kann.

Die Sonne scheint, der Rhein sinkt. Weder im Siebengebirge noch im Süden Deutschlands, wo kräftige Schauer mit Verzögerung den Rheinpegel in der Region auch wieder steigen lassen würden, sind nicht in Sicht. Fahrgastschiff-Unternehmen und Fährbetriebe sind deshalb teilweise zu Anpassungen gezwungen, um den Betrieb weiter zu gewährleisten.

So war am Dienstag am Anleger der Bonner Personen Schiffahrt (BPS) in Königswinter ein Bagger zugange. „Wir haben den Grund begradigt, damit wir dort weiter anlegen können“, sagt Clemens Schmitz vom BPS-Vorstand. Ständig würden bei der BPS die Telefone klingeln, weil Leute nachfragen, ob die Schiffe fahren würden. „Ja wir fahren. Fahrten von Bonn nach Remagen sind jederzeit möglich“, sagt Schmitz. Anlegestellen in Bad Honnef, Rolandseck, Unkel, Bad Breisig und Bad Godesberg können derzeit aber nicht angefahren werden. Sollte es demnächst an weiteren Anlegern auch nicht mehr gehen, würde man dann Rundfahrten anbieten.

Anleger am Rolandseck wegen Niedrigwasser ein Stück verlegt

Auch die Fähre in Bad Honnef hat aufgrund des Niedrigwassers erste Maßnahmen ergriffen. „Wir haben die Rampe in Rolandseck nach Oberstrom verlegt. Weiter ist noch nichts geplant“, so Frank Eschbach, Geschäftsführer der Fährgesellschaft Honnef Pool. Am Dienstag ist zudem das Peilschiff eingetroffen, das auf der Strecke der Fähre den Rheingrund genau vermessen und detailliert Auskunft über die noch vorhandenen Wassertiefen geben soll. Abhängig davon kann eine Fahrrinne festgelegt werden. Oder aber der laut Frank Eschbach bereits bestellte Bagger muss doch noch zum Einsatz kommen, um an den Anlegestellen zu graben und für mehr Wasser unterm Kiel zu sorgen. Die Kosten dafür muss der Fährbetreiber selbst tragen.

Zwischen Linz und Remagen-Kripp läuft der Fährbetrieb derzeit noch ohne Anpassungen. „Aktuell gibt es noch keine Probleme. Wir haben noch über einen Meter Wasser unterm Schiff“, sagt Alexander Zech, Fährmeister der Rheinfähre Linz-Kripp. Allerdings werde der Pegel noch weiter sinken. In Oberwinter lag der Pegel am Dienstag bei 26, in Andernach bei 48 Zentimetern. Damit ist der Pegel in Oberwinter nur wenige Zentimeter vom Tiefststand von 22 Zentimetern in 2018 entfernt. Die Honnefer Fähre musste damals kurzfristig den Betrieb einstellen, konnte erst wieder fahren, nachdem die Anleger freigebaggert waren.

Fähre Königswinter profitiert von verlängertem Anleger

Weiterhin sehr entspannt blickt Michael Birk, Geschäftsführer der Rheinfähre Königswinter, auf die jetzige Situation. So macht sich eine Investition nach dem Niedrigwasser von 2018 bezahlt. Über Pontons wurden die Anleger auf beiden Seiten der Fähre, die zwischen Königswinter und Bonn-Mehlem verkehrt, um zwei Meter verlängert.

Die größere Entfernung zum Ufer sorgt dafür, dass die Fähre auch beim Anlegen bisher noch ausreichend Wasser unterm Kiel hat. 1,10 Meter bis zum Grund sind es am Dienstag nach Aussage von Michael Birk auf der Mehlemer Seite, 1,80 Meter in Königswinter. Dafür sorgt das Niedrigwasser an anderer Stelle für ein Problem: Da die Pontons mit dem Wasser zunehmend sinken, wird die Auffahrt der Autorampen immer steiler. Autos könnten beim Darüberfahren aufsetzen. Um das zu vermeiden, sollen die Rampen am Mittwoch mit Unterlegern angepasst werden.