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Schulleiter nimmt Abschied von Gesamtschule Meiersheide

Hennefer Gründungsrektor geht in Ruhestand : Schulleiter nimmt Abschied von Gesamtschule Meiersheide

Gründungsrektor der Gesamtschule Meiersheide Wolfgang Pelz und Konrektorin Ingrid Dietel gehen in den Ruhestand. Ihre Verabschiedungsfeier wird nachgeholt.

„Ein wenig traurig bin ich schon und ich werde das alles sehr vermissen. Diese Schule war wie eine große Familie“, sagt Wolfgang Pelz (64). Genau vor 25 Jahren hatte er als Gründungsrektor die Leitung der damals noch neuen Gesamt­schule Meiersheide übernommen. Nun verabschiedet er sich gemeinsam mit seiner langjährigen Konrektorin Ingrid Dietel (63) Ende Januar in den Ruhestand. Die für den 27. Januar geplante Verabschiedungsfeier der beiden beliebten Pädagogen kann coronabedingt nicht stattfinden, soll laut Dietel aber nachgeholt werden. Die Nachfolger oder Nachfolgerinnen stehen laut Pelz noch nicht fest. „Dafür ist die Bezirksregierung zuständig, aber das Besetzungsverfahren ist bereits weit fortgeschritten“, sagt Pelz.

Nur positive Erinnerungen haben Pelz und Dietel an ihre Zeit als Leitungsteam. „Die Zusammenarbeit mit Ingrid war einfach nur großartig. Die Konstellation von einem Mann und einer Frau als Schulleitungsteam war genau richtig“, sagt Pelz, der nach Stationen als Lehrer an den Gesamtschulen Bockmöhle in Essen (1984-1989) und Dormagen (1989-1991) zunächst stellvertretender Leiter der Gesamtschule Wuppertal wurde, bevor er 1996 die Leitung der Gesamtschule Meiersheide übernahm.

„Wir haben uns nicht ein einziges Mal in die Wolle bekommen“

Sein damaliger Konrektor war der ehemalige Vizebürgermeister Jochen Herchenbach. Nach dessen Ruhestand übernahm 2012 Ingrid Dietel den Posten der Konrektorin, nachdem sie bereits als Lehrerin an den Gesamtschulen Duisburg und Waldbröl tätig war und von 1997 bis 2012 an der Gesamtschule Meiersheide die Fächer Englisch und evangelische Religionslehre unterrichtete. „Das war immer eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Wolfgang“, sagt Dietel. „Wir haben uns nicht ein einziges Mal in die Wolle bekommen“, ergänzt Pelz.

Überhaupt hat der scheidende Schulleiter nur gute Erinnerungen an die 25 Jahre seiner Tätigkeit. „In all den Jahren bin ich nur zwei oder drei Tage ungern zur Schule gefahren“, sagt Pelz, der in Köln wohnt. Nicht nur als Gründungsrektor der Gesamtschule Meiersheide war er der „Mann der ersten Stunde“, er begann seinen Arbeitstag sogar vor der ersten Stunde. „Ich war jeden Tag bereits um 6.30 Uhr in der Schule, um die ersten Dinge zu erledigen.“

Abijahrgang 2020 trotz Corona bester seit Schulgrundung

Seine Arbeit als Leiter einer Schule, die von knapp 1 400 Schülern besucht wird, empfindet Pelz, Vater eines erwachsenen Sohns, in der Rückschau als Glücksfall. „Das war ein reiches Geschenk, das einen mit Zufriedenheit erfüllt“, sagt er. Das Umfeld, sei es die Stadt als Schulträger, aber auch die Schüler, die Pelz nach wie vor „unsere Kinder“ nennt oder die engagierten Eltern – all das hat für ihn einfach gepasst.

Zwar sei Corona laut Pelz auch für die Gesamtschule Meiersheide eine Herausforderung gewesen, aber eine, „die wir angenommen und bisher gemeistert haben“. Der Zentral-Abiturjahrgang 2020 sei trotz Corona der beste Abiturjahrgang seit Gründung der Schule.

„Dafür habe ich jetzt mehr Zeit zum Radeln“

Auch Ingrid Dietel hat nur gute Erinnerungen, ob es nun die großartigen Abiturfeiern, die zahlreichen Sponsorenläufe oder die langen Kulturnächte der Schule waren, zu denen auch immer wieder ehemalige Schülerinnen und Schüler kamen. „Besonders den internationalen Schüleraustausch des europäischen Bildungsprojektes Comenius fand ich einfach großartig“, erinnert sich Dietel, die 1979 ein Auslandsstipendium im britischen Norwich absolvierte und auch heute noch gerne durch die Welt reist. „Leider ist das ja aufgrund der Corona-Krise derzeit nicht möglich“, sagt Dietel über ihr Lieblingshobby.

Die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Kindern verriet dem GA außerdem, dass sie voraussichtlich im Februar Großmutter wird. „Pünktlich zu meinem Ruhestand“, sagt sie und freut sich. Trotzdem wird sie die Schule vermissen. „Ich habe die Zeit sehr genossen“, sagt die scheidende Konrektorin, und auch Wolfgang Pelz ist traurig: „Dafür habe ich jetzt mehr Zeit zum Radeln.“