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Ortsporträt Buisdorf: Lachse springen am Wehr

Ortsporträt Buisdorf : Lachse springen am Wehr

Günstige Verkehrsanbindung bringt viel Lärm. Direkter Zugang zur Naherholung. Der Ortskern ist noch aus den 60er Jahren und soll demnächst modernisiert werden.

Umschlossen von Verkehrswegen

Die A3 grenzt Buisdorf im Osten von Hennef ab. Wie eine Trennlinie teilt die Frankfurter Straße — die ehemalige B8, die bis nach Frankfurt führt — den Stadtteil in zwei Hälften. „Die große Straße hat Trennwirkung: links von ihr ist ein bisschen Buisdorf und rechts von ihr ist ein bisschen Buisdorf”, sagt Städteplaner Rainer Gleß. Nicht nur optisch habe sie diesen vorübergehenden Charakter, sondern auch in historischer Hinsicht.

Ortsvorsteher Müller erzählt: „Die Straßenseite von Hennef bis Stoßdorf ist Alt-Buisdorf — praktisch das Kerndorf - und auf der anderen Seite Richtung Niederpleis bei der Bahnstrecke befinden sich die neueren Wohngebiete”. Das Kerndorf sei noch durch zahlreiche alte Backstein- und Fachwerkhäuser geprägt.

‘Bozenlohe’ , wie Buisdorf einst hieß, wurde laut Stadtgeschichte erstmals 1071 erwähnt und lag am wichtigen Verkehrsweg von Köln nach Frankfurt. Der Name ‚Bozen‘ bedeutet etwa ‘Hof im Walde’ und ist durch die Bedeckung der Siegniederung mit Wald und Büschen begründet. Straßennamen wie ‘In den Eichen’“, ‘Im Forst’ und ‘Am Buschberg’ weisen noch heute auf diese Zeit hin.

Seit langer Zeit im Grünen

Vorwiegend landschaftlich geprägt, lebten viele Kleinbauern, Fischer und Leinenweber im damaligen Dörfchen. “Lohe ist ein Grundstoff für Gerbereien”, erzählt Ortsvorsteher Bernhard Müller.

Der direkte Zugang zum Grünen C bietet den Bürgern eine kleine Pause vom städtischen Leben. Bei der Fangstation am Buisdorfer Wehr können Interessierte immer im Herbst spektakuläre Lachssprünge beobachten, meint der Ortsvorsteher. “Ende September bis Anfang Oktober nutzt der Wanderfisch die Treppe, um über ihre Stufen hinaufzuspringen”. In den letzten Jahren hätten aber die warmen Sommer dafür gesorgt, dass zu wenig Wasser in der Sieg gewesen sei und entsprechend wenige Sprünge hätten beobachtet werden können. Dieses Jahr könne man aufgrund der vielen Regenfälle zuversichtlich sein.

Als Nahversorger im Ort habe man den Netto und auch einen Aldi-Markt. Letzterer habe aber die ungünstigere Lage: “Netto liegt mitten im Dorfzentrum und ist gerade für Ältere gut fußläufig erreichbar”, erzählt Müller. Dass die Filiale allerdings schon in die Jahre gekommen ist, verhehlt er auch nicht: „Der Markt ist von der Fläche her nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen neue Parkplätze erschließen, um den Nahversorger wieder aufleben zu lassen”.

Ortszentrum soll moderner werden

Mit einer opulenten Bürgerbeteiligung sei man derzeit dabei, das Ortszentrum anders zu gestalten. In einer ersten Phase der digitalen Bürgerbefragung hat man Wünsche und Anliegen der Buisdorfer zur Gestaltung ihres Stadtteilzentrums eingeholt, berichtet Gleß. Eine erste Auswertung zeige das Bedürfnis nach der Schaffung neuen Wohnraums, Rufe nach einer Verbesserung der Nahversorgungssituation, aber vor allem dominierten Beschwerden über den starken Verkehr auf der Frankfurter Straße.

Lärm sei das Thema Nummer eins des Stadtteils, bestätigt auch Ortsvorsteher Bernhard Müller. Umspannt von zwei Autobahnen, durchkreuzt von der Landstraße 333, umhüllt vom Flugverkehr in der Luft und begrenzt durch die Bahnlinie des Regional- und Güterverkehrs besitze Buisdorf zwar eine verkehrstechnisch günstige Lage, jedoch mit all den Schattenseiten des Verkehrslärms.

„Viele Wohngebiete liegen direkt neben Bahngleisen. Auch ich selbst bin als Anwohner vom starken Lärm betroffen”, ärgert sich Müller. Besonders die Güterzüge verursachten pausenlosen Lärm, sind sie doch tags wie nachts unterwegs. Im Sommer könne man in Buisdorf nicht bei geöffnetem Fenster schlafen.

Mit seinem Sportangebot aus Fußball, Volleyball und Turnen belebt der TuS Buisdorf den Stadtteil. „Der Adventsmarkt auf dem Kirchplatz ist unser jährliches Highlight”, berichtet der Ortsvortseher stolz. Corona sei allerdings der große Hemmschuh, und man könne auch andere Brauchtümer wie Tanz in den Mai oder das herbstliche Scheunenfest des Junggesellenvereins nicht mehr so gut pflegen.