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Siegburg: Kreishaus-Sanierung wird deutlich teurer als erwartet

Siegburg : Kreishaus-Sanierung wird deutlich teurer als erwartet

Die geplante Brandschutzsanierung des Siegburger Kreishauses wird deutlich teurer als gedacht: Im Bau- und Vergabeausschuss verkündete Tim Hahlen, Leiter der Gebäudewirtschaft im Kreishaus, gestern die aktualisierte Kostenschätzung - und vielen Ausschussmitgliedern fiel buchstäblich die Kinnlade herunter: Von fast 30 Millionen Euro statt der ursprünglich kalkulierten zwölf Millionen Euro ist nun die Rede.

"Warum haben die sich denn da komplett verrechnet?", brachte Emil Eyermann, CDU-Kreistagsabgeordneter, die Gedanken der Anwesenden auf den Punkt. Eine klare Antwort erhielt er auf seine Frage zwar nicht, jedoch einen Erklärungsversuch Daniel Bachs von sic Architekten aus Köln: "Seit das Ingenieurbüro, das von der Verwaltung beauftragt wurde, das Gutachten zum Brandschutz erstellt hat, haben sich etliche neue Erkenntnisse ergeben."

Bach stellte, ebenso wie Vertreter der anderen Firmen, die das Kreishaus auf Vordermann bringen sollen, die Pläne vor - und die zeigten, dass bei der früheren Kalkulation tatsächlich einiges fehlte. Zum Beispiel der richtige Bodenbelag: "Von der Feuerwehr wird die Baustoffklasse A, also ein nicht brennbares Material, gefordert", so Bach.

Zudem müssten mehr Türen als gedacht durch moderne Brandschutztüren ersetzt werden. Und allein die Nacht- und Wochenendarbeit, die das Kreishaus zunächst mit rund 50 000 Euro beziffert hatte, schlägt in der neuen Planung mit gleich 850 000 Euro zu Buche - "weil im laufenden Betrieb saniert und deshalb oft nachts und am Wochenende gearbeitet werden wird", fasste Bach zusammen.

Mit den Arbeiten wurde indes bereits begonnen, und zwar in der elften Etage des Gebäudes, die als "Musterbereich" für die bevorstehenden Baumaßnahmen dienen soll. Neben den brandschutztechnischen Umbauten sind weitere Modernisierungen etwa im IT-Bereich oder in Sachen Barrierefreiheit vorgesehen.

Auf Kritik, ob diese Maßnahmen wirklich alle nötig seien, entgegnete Horst Krimpelmann von der Informations- und Kommunikationstechnik: "Wenn wir ohnehin eine Baustelle haben, ist das wirtschaftlich vernünftiger, als in fünf Jahren noch mal alles aufzureißen."