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Zecken im Rhein-Sieg-Kreis: So schützen Sie sich

„Super-Zecke“ im Rhein-Sieg-Kreis : So schützen Sie sich vor Zecken

Wie jedes Jahr empfehlen die Gesundheitsämter, sich vor Zecken zu schützen. Experten informieren auch über die „Super-Zecke“ im Rhein-Sieg-Kreis.

Sie sind winzig klein, lauern auf Pflanzen und können gefährliche Krankheiten übertragen: Zecken. Die Spinnentiere sind, anders als oft vermutet, ganzjährig aktiv. Wird es wärmer, verbringen Menschen mehr Zeit in der Natur und kommen häufiger in Kontakt mit den kleinen Plagegeistern. Was gibt es also in diesem Frühling und Sommer zu beachten, wenn Spaziergänger beispielsweise im Siebengebirge unterwegs sind? Und wie steht es um die „Super-Zecke“, die in den vergangenen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen aufgefunden wurde?

„Im Rhein-Sieg-Kreis geht es beim Thema Zecken vor allem um eine mögliche Borreliose-Infektion“, informiert das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises auf Anfrage. Weitaus seltener seien in dieser Region Infektionen mit der Frühsommer-Meningoenzophalitis (FSME), die in den südlichen Bundesländern gehäuft auftritt.

Im Rhein-Sieg-Kreis habe es hingegen bisher nur vereinzelte Fälle gegeben, wie das Gesundheitsamt mitteilt. Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst und ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Eine Impfung gibt es nicht – anders als bei der FSME.

In Deutschland übertragen rund zehn bis 30 Prozent aller Zecken Borreliose. Besondere Risikogebiete innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises gebe es nicht, erklärt Stephan Schütte, Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft: „Zecken sind überall in den Wäldern zu finden.“

Schnell Handeln bei Zeckenstich

Bei einem Zeckenstich ist schnelles Handeln gefragt: Das Spinnentier sollte so bald wie möglich mit einer Zeckenzange oder Pinzette vorsichtig entfernt werden. Nach einem Einstich dauert es ein bis zwei Tage, bis Borrelien übertragen werden. Wenn dann ein Hautausschlag zu sehen ist heißt es: ab zum Arzt.

Der beste Schutz ist geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen. Ein weiterer Tipp vom Gesundheitsamt: Die Hosenbeine in die Socken stecken. Dann sei die Zecke gezwungen, auf der Kleidung nach oben zu laufen, was es wiederum leichter macht, sie zu entdecken. Denn Zecken stechen nicht sofort zu, sondern suchen sich eine geeignete Stelle.

Zu den heimischen Zeckenarten gesellte sich in den vergangenen Jahren auch eine gefährliche tropische Art: Die Hyalomma-Zecke, fünfmal größer als heimische Arten, die Fleckfieber und das oft tödliche Krim-Kongo-Virus übertragen kann. Anders als heimische Zecken gehen diese Tiere aktiv auf die Jagd und werden nicht zufällig durch Kontakt auf den Menschen „abgestreift“.

„Super-Zecke“ in Rheda-Wiedenbrück

Für die „Super-Zecke“ war vor allem der heiße Sommer 2018 förderlich, erklärt der Zeckenforscher Peter Hagedorn vom Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin. Insgesamt 35 Exemplare bekamen Forscher der Uni Hohenheim im Jahr 2018 zugeschickt, im Folgejahr wurden 95 „Super-Zecken“ gefunden. Die Tiere, die eigentlich in Afrika und Südasien heimisch sind, kommen als Larven als „blinde Passagiere“ von Zugvögeln nach Europa.

Auch im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurde eine solche Zecke gefunden. Keines der gefundenen Tiere sei jedoch Träger des Krim-Kongo-Virus gewesen, so Hagedorn. 2019 habe es den ersten Fall einer bestätigten Fleckfieber-Übertragung gegeben.

„Den Mitarbeitern des Forstamtes, die in den Wäldern unterwegs sind, ist die ‚Super-Zecke’ noch nicht begegnet“, berichtet Stephan Schütte. Auch für Peter Hagedorn steht fest: „Die Gefahr, an Borreliose oder FSME zu erkranken, ist bisher noch um einiges größer, als mit der Hyalomma-Zecke in Kontakt zu kommen.“