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Coronavirus: Bornheimerin soll sich in Düsseldorf angesteckt haben

Fälle im Rhein-Sieg-Kreis : Corona-Infektion bei Bornheimerin soll Ursprung in Heinsberg haben

Die Bornheimerin, die sich mit dem Coronavirus infiziert hat, soll sich in Düsseldorf bei einer Frau angesteckt haben, die Kontakte in den Kreis Heinsberg hatte.

Die Spur führt über Düsseldorf in den Kreis Heinsberg: Die Bornheimerin, deren Infektion mit dem Coronavirus bestätigt wurde, soll sich bei einem Seminar in Düsseldorf angesteckt haben. Wie der Leiter des Kreisgesundheitsamts, Rainer Meilicke, mitteilte, habe die Frau „mittleren Alters“ am 27. und 28. Februar an einem Seminar in Düsseldorf teilgenommen. Ihre Tischnachbarin hatte zu diesem Zeitpunkt bereits hohes Fieber. Weil es ihr nach und nach schlechter ging und weil sie „Kontakte nach Heinsberg“ hatte, ließ sie sich auf das Coronavirus testen.

Die Bornheimerin wurde als sogenannte Kontaktperson 1 identifiziert und vom Gesundheitsamt kontaktiert. Zwei Tage nach dem letzten Kontakt zu der Düsseldorfer Kollegin wies die Bornheimerin bereits Symptome wie Husten und Fieber auf.

Auf Nachfrage bestätigt Meilicke, dass der Krankheitsverlauf bei Rauchern deutlich schneller zu sein scheint. Dass Rauchen das Risiko für schwere Verläufe erhöhe, hatte der Virologe Christian Drosten, der das Sars-Virus mitentdeckt hatte, vor einigen Tagen im Talk mit Maybrit Illner gesagt. Auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) und des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es indes keine Hinweise auf die Auswirkungen des Rauchens auf eine Erkrankung mit Covid-19. Allerdings vermutet auch der Bonner Virologe Hendrick Steeck einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einem schweren Krankheitsverlauf. Streeck betont aber auch, dass dies weder virologisch noch epidemiologisch belegt sei.

Die Zahl der Kontakte der Bornheimerin seien relativ übersichtlich, führte Meilicke aus. Von insgesamt neun Kontakten, die sie hatte, hätten acht in Köln stattgefunden und lediglich ein weiterer in Bornheim – ihr Lebensgefährte. Dieser indes „hatte Kontakte in der Region“. Beiden ginge es gut, sie befänden sich in häuslicher Absonderung und würden von Verwandten und Freunden versorgt.

Bei dem erkrankten 38-Jährigen aus Königswinter liegen mittlerweile die Testergebnisse von zwei Familienmitgliedern vor. Beide sind negativ. Das Ergebnis der Laboruntersuchungen eines dritten Familienmitglieds steht noch aus. Meilicke geht davon aus, dass er das Ergebnis am Wochenende bekommt. „Aber wir haben von Heinsberg gelernt“, sagt der Gesundheitsamtsleiter. Eine Entwarnung könne es noch nicht geben. Bei „familiären Umgangsformen“ sei eine Ansteckung nach wie vor nicht ausgeschlossen. Meilicke: „Das Fenster ist noch nicht zu.“

Mit Stand Freitagmittag sind in Deutschland 534 Coronafälle bekannt, davon 281 in NRW. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es zwei bestätigte Fälle. Bei elf Personen spricht das Gesundheitsamt von „Verdachtsfällen“. Direkte Kontakte zu möglichen Coronainfizierten hatten 28 Personen, die als sogenannte Kontaktpersonen 1 gelten. Insgesamt 41 Personen befinden sich derzeit in „häuslicher Absonderung“, womit bürokratisch eine freiwillige Quarantäne in den eigenen vier Wänden gemeint ist. Unter diesen 41 Personen, so Gesundheitsdezernent Dieter Schmitz, seien neben den bekannten Fällen in Bornheim und Königswinter auch solche Personen, die als Kontaktpersonen von Gesundheitsämtern anderer Kommunen im Bundesgebiet identifiziert wurden.

Der Königswinterer Familienvater soll sich an seiner Bonner Arbeitsstelle angesteckt haben. Sein unmittelbarer Kollege aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis ist positiv auf das Coronavirus getestet. Wie das Presseamt der Stadt Bergisch-Gladbach mitteilt, wurden im Umfeld des Mannes bislang zwei Kontaktpersonen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis ermittelt und begleitet. Weitere fünf Personen aus Bonn und Köln wurden an die zuständigen Gesundheitsämter vermittelt. Der Mann gab der Stadt zufolge an, weder im Karneval aktiv gewesen zu sein noch andere Veranstaltungen besucht zu haben. Die Ursache seiner Infektion ist derzeit nicht bekannt.

Dem Kreis zufolge sind auch die Kindergärten und Schulen informiert worden, die die Kinder des 38-jährigen Königswinterers besuchen. Welche das sind, wollte man nicht sagen.

Meilicke wies beim Pressegespräch darauf hin, dass den Gesundheitsämtern und Medizinern in der Region aktuell auch eine besonders starke Grippewelle die Arbeit erschwere. Es sei seiner Ansicht nach die stärkte Welle seit zehn Jahren. Zurzeit seien 175 Grippefälle allein im Rhein-Sieg-Kreis registriert.

Unterdessen hat Landrat Sebastian Schuster auch die Fraktionen im Kreistag über den Stand der Dinge informiert. „Die Politik sollte die Informationen aus erster Hand bekommen“, so der Landrat. Terminiert ist mittlerweile auch die von den Linken und Piraten beantragte Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Dieser tagt am 24. März.