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Vebowag-Siedlung am Severinsweg in Mehlem : Ab Montag rücken die Bagger für den Abriss an

Vebowag-Siedlung am Severinsweg in Mehlem : Ab Montag rücken die Bagger für den Abriss an

Am Severinsweg in Mehlem lässt die Vebowag insgesamt 104 geförderte Wohnungen errichten. Um Platz für die Neubauten zu schaffen, müssen die alten Häuser entkernt und abgerissen werden.

Zwei Häuser von mehreren Gebäuden am Severinsweg in Mehlem sind bereits entkernt. Bald wird der Abriss beginnen. An gleicher Stelle will die Vebowag (Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG) neue Mehrfamilienhäuser mit fast doppelt so vielen Wohnungen errichten lassen (der GA berichtete). Aus den bisher 57 Wohnungen sollen am Ende 104 werden. Für vier der fünf geplanten Häuser, also 87 von 104 Wohnungen, hat die  Stadt Bonn bereits Baugenehmigungen erteilt. „Genehmigt wurden jeweils drei Stockwerke plus Staffelgeschoss“, teilt Andrea Schulte vom Presseamt der Stadt Bonn mit.

„In einem ersten Abschnitt werden insgesamt 27 Bestandswohnungen auf einer Fläche von 1600 Quadratmetern abgerissen“, sagt Vebowag-Chef Michael Kleine-Hartlage. Stattdessen werden dann 41 neue Wohnungen gebaut mit einer Wohnfläche von 3000 Quadratmetern. Die Häuser sollen aber nicht höher werden. Sie werden dafür etwas mehr Platz auf dem Gelände einnehmen. Der Fokus liege vor allem auf Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 65 und 85 Quadratmeter groß sein werden. Es solle aber auch welche mit einer Größe von 110 bis 130 Quadratmetern entstehen. Die Gebäude mit den Hausnummern 1, 3, 5 und 7 sind bereits leer. Die Bewohner seien in andere Wohnungen der Vebowag untergebracht worden, so Kleine-Hartlage. „Wer sich selbst etwas suchen wollte, wurde von uns bei der Wohnungssuche unterstützt.“ Wenn die ersten Gebäude abgerissen sind, soll im Frühjahr 2021 mit den Bau begonnen werden. Ein erster Bauabschnitt soll im Juli 2022, ein weiterer im September 2022 abgeschlossen sein. „Wann der zweite Bauabschnitt beginnen wird, können wir noch nicht sagen.“

Vorreservierungen für die neu zu bauenden Wohnungen gebe es keine. Das liege nicht in der Hand der Vebowag. „Die Belegungsrechte liegen bei der Stadt Bonn“, sagt Kleine-Hartlage. Wer in einer der Wohnungen einziehen möchte, benötige auf jeden Fall einen Wohnberechtigungsschein.

Auch wenn Nachbarn und Passanten auf der Baustelle von außen lange wenig von den Arbeiten mitbekamen, hat sich schon eine ganze Menge getan. Ein Abrissunternehmen kümmert sich um den Rückbau der verschiedenen Gebäudeteile. „Das Baumaterial muss getrennt und gesammelt werden“, sagt Georg Gutgesell, Baumaschinenführer und Vorarbeiter vor Ort. Für das fachgerechte Recycling entfernen die Mitarbeiter Material wie Holzverkleidungen und Styropor aus den Innenräumen. Das Holz aus dem Dachstuhl werde ebenfalls entfernt, so Gutgesell. „Das ist mit einem Salz getränkt, um Schädlinge fernzuhalten“, erklärt er. Deshalb verarbeite man es nicht auf die gleiche Weise weiter wie das Holz aus den Wohnräumen.

Ab Montag sollen die Bagger dem Rohbau zu Leibe rücken. „Das wird in große Brechanlagen transportiert. Da wird es zerkleinert und später als Füllmaterial im Straßenbau oder in Kellern verwendet“, erklärte der Fachmann den Materialkreislauf. Der Aufwand lohne sich in jedem Fall, weil Rohstoffe zunehmend knapper würden.