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Godesburg bietet Gerichte in Weckgläsern an: Sauerbraten kommt umweltbewusst im Glas

Godesburg bietet Gerichte in Weckgläsern an : Sauerbraten kommt umweltbewusst im Glas

Mit seinem Abholsystem inmitten des Lockdowns setzt das Restaurant Godesburg auf Umweltschutz. Seit kurzem bietet das Team verschiedene Gerichte in Weckgläsern an. Unterdessen wartet die Geschäftsführung noch auf Zahlungen des Bundes für November und Dezember.

Um Plastikmüll zu vermeiden, bietet das Restaurant Godesburg seit kurzem seine Gerichte in Weckgläsern an. Die Idee zum umweltbewussten Abholservice stammt von Küchenchef Björn Schloter (37). Gemeinsam mit Nils Gödde (35) hat er im Dezember die Leitung des Betriebs übernommen.

„Uns ist der Gedanke der Nachhaltigkeit wichtig. Wir wollen Plastik- und Einwegverpackungen vermeiden“, sagt Schloter, der bei dem neuen Mehrwegsystem auf hochwertige Weckgläser zurückgreift. Denn nur so sei das luftdichte Vakuum gegeben, und auch der Geschmack soll dann besonders lang erhalten bleiben. Damit das gelingt, kommt es beim Abfüllen auf jede Sekunde an, wie Schloter erklärt: „Der warme Inhalt muss nach dem Kochen schnell in das Glas gefüllt werden. Danach kommen auf das Glas ein Gummiring und der Deckel.“ Damit sich der Deckel an den Gummiring saugt, fixiert Schloter das Glas mit Klammern. „So zieht das Glas das Vakuum an und an die Speisen kommt keine Luft mehr.“

Weckgläser kommen zum Einkochen in den Ofen

Zur hygienischen Absicherung stellt Schloter die Weckgläser noch eine halbe Stunde in den Ofen. „Den ganzen Vorgang nennt man auch Einkochen.“ Aus dem Ofen kommen die Gläser direkt in die Kühlung. Das sei sehr wichtig, denn durch die Temperaturunterschiede werde das Vakuum vollständig gezogen. „Ist die Luft aus den Gläsern raus, halten die Gerichte darin lange“, sagt der Küchenchef.

Das Einkochen soll mit allen Lebensmitteln funktionieren. „Außer bei kalten Speisen, da braucht man eine entsprechende Vakuumiermaschine, die den Gläsern die Luft entzieht.“ Warme Speisen ließen sich aber problemlos auch zu Hause mit Weckgläsern aufbewahren. „Wenn man das daheim machen will, füllt man die warmen Speisen in das Glas, wieder ein Gummiring drauf, Deckel drauf und Klammern.“ Danach müssen die Gläser noch eine halbe Stunde im Wasserbad sieden. Am besten eigneten sich übrigens Schmorgerichte, erklärt Schloter. „Zum Beispiel Geschnetzeltes oder Sauerbraten.“

Derzeit erneuert die Godesburg im zweiwöchigen Rhythmus ihre Speisekarte. Die Gäste können zwischen Königsberger Klopsen, Gemüse-Kokos-Curry und Kalbsgulasch wählen. Auch Grünkohl mit Mettwurst und Rheinischer Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen gehören zu den Gerichten in Weckgläsern. „Die Menüs können täglich abgeholt werden. Auch nehmen wir besondere Kochwünsche vorab an“, sagt Geschäftsführerin Lydia Lohmeier. Zum Valentinstag soll es zum Beispiel ein Drei-Gänge-Menü geben: „Zur Auswahl steht unter anderem ein rosa gebratener Kalbstafelspitz als Vorspeise, ein Skrei-Filet als Hauptspeise und eine Mousse von der Valrhona-Schokolade als Dessert.“

Um die Speisen wieder warm zu bekommen, gebe es laut Schloter mehre Varianten. „Vorher muss der Gummiring abgezogen werden, dann kann man entweder die Weckgläser im siedenden Wasser aufwärmen oder den Inhalt in einem Topf warm machen.“ Die Gerichte seinen direkt verzehrfertig.

Hilfszahlungen des Bundes stehen noch aus

Für Lohmeier ist das Abholsystem ein guter Kompromiss im Lockdown. „Wenn ich durch die Godesburg gehe, dann vermisse ich unsere Gäste sehr. Die lebendige Atmosphäre ist einfach etwas Besonderes“, so die Bonner Gastronomin, die neben der Godesburg mit ihren Partnern auch das Restaurant an der Waldau und den Schützenhof in der Hohe Straße betreibt. „Wirtschaftlich gesehen, kommen wir derzeit noch gut durch, auch weil wir im Vorfeld einen Kredit aufgenommen haben. Wenn aber die Ausgleichszahlungen vom Bund ausbleiben, sieht es nicht gut aus“, sagt sie. „Da stehen noch Zahlungen vom November und Dezember aus.“ Lohmeier geht aber davon aus, dass die Hilfszahlungen noch kommen werden und die Betriebe im April wieder Gäste empfangen dürfen. Ein Restaurant entgültig schließen, müsse sie daher nicht. „Das schaffen wir.“