1. Bonn
  2. Bad Godesberg

„Summer School“: Studenten fördern Bad Godesberger Grundschüler

„Summer School“ : Studenten fördern Bad Godesberger Grundschüler

Nach dem Unterricht zu Hause holen ausgewählte Grundschüler der Paul-Klee-Schule in Bad Godesberg versäumten Lernstoff nach. Unter dem Motto „Kein Kind darf uns verloren gehen“ bietet die Stadt Bonn zusammen mit dem Offenen Ganztag und dem Bonner Zentrum für Lehrerfortbildung die „Summer School“ an.

Zwei Monate lang haben Schüler mit Schulschließungen und Unterricht auf Distanz zu kämpfen gehabt. Auch wenn die Grundschüler zu den ersten gehörten, deren Alltag kurz vor den Sommerferien schrittweise wieder zur Normalität zurückgeführt wurde, sind auch dort Lücken entstanden. Besonders Kinder, in deren Familien die technische Ausstattung für Online-Unterricht nicht optimal war, hatten es in dieser Zeit besonders schwer.

Unter dem Motto „Kein Kind darf uns verloren gehen“ bietet die Schulsozialarbeit der Stadt Bonn zusammen mit dem Offenen Ganztag (OGS) der Paul-Klee-Schule, unterstützt vom Bonner Zentrum für Lehrerfortbildung, mit der „Summer School“ ein Lernförderprogramm für Grundschüler an. „Es hat viel Spaß gemacht“, bestätigt einer der Erstklässler den Eindruck der Studenten, die seit knapp zwei Wochen mit den Kindern arbeiten. Nach dem Empfinden des Siebenjährigen habe er viel gelernt, vor allem aber endlich seine Freunde wiedergesehen.

Die Idee der „Summer School“ sei aus der Frage entstanden, wie man die Schüler in ihrer Schullaufbahn unterstützen könne, sagt Dagmar Knyrim, die die Arbeit der Schulsozialarbeiter koordiniert. In einer Art Pilotprojekt hätten dazu alle am gleichen Strang gezogen. Engagierte Studierende hatte Robert Steegers, Geschäftsführer des Bonner Zentrums für Lehrerfortbildung, für das in Bonn bisher einzigartige Projekt gewinnen können. Für ihn gibt es viele Gewinner, etwa unter den Studierenden. „Für viele Lehramtsstudierende sind wegen der Pandemie Praktika und die Möglichkeiten, Erfahrungen in Schulen zu sammeln, weggefallen“, sagt er. So habe es kurz nach Veröffentlichung der Suche nach Unterstützern mehr Bewerbungen als Plätze gegeben.

Zu den Lehramtsstudenten gehören Fabian Schulz und Valeria Porwoll. Sie werten die Zeit mit den Kindern positiv, obwohl beide eigentlich ein Studium für die Sekundarstufen absolvieren. „Es ist eine tolle Erfahrung zu sehen, wie die Kinder innerhalb dieser wenigen Tage Dinge lernen, die sie vorher überhaupt nicht verstanden hatten“, sagt Schulz.

Den Kindern habe besonders die Mischung aus kreativen Phasen, Spielen und Lernen geholfen, sagt Porwoll. 30 Eltern der insgesamt knapp 200 Grundschüler der Paul-Klee-Schule hatten die Schulsozialarbeiter in Abstimmung mit Lehrern und OGS-Leitung angeschrieben, um das Angebot der „Summer-School“ zu unterbreiten. Um niemanden wegen eventueller Sprachschwierigkeiten auszuschließen, wurden die Schreiben teilweise in die jeweilige Muttersprache der Eltern übersetzt. Sieben Kinder konnten nicht teilnehmen, weil sie im Urlaub waren oder die Eltern dem spielerischen Lernen in den Ferien nicht zustimmten. „Wir haben aufgrund der verschiedenen individuellen Voraussetzungen eine große Gruppe mit 15 Kindern und eine Kleingruppe mit acht gebildet“, sagte Schulsozialarbeiterin Daniela Nohr, die zusammen mit ihrer Kollegin Sun-Han Shin das Projekt vor Ort organisiert hatte. „Im Vordergrund stand, dass es den Kindern gut ging“, betonte Shin.

Daran orientierte sich auch der Tagesablauf von 9 bis 13 Uhr. In der Morgenrunde durften alle Kinder erst einmal erzählen, wie es ihnen ging und was sie erlebt hatten, ehe das gemeinsame Spiel losging. Anschließend folgte eine Arbeitsphase zusammen mit den Studierenden, bevor in der Frühstückspause ein Buch vorgelesen wurde. Danach stürmten die Kinder für eine halbe Stunde zum Spielen auf den Hof. Ein Konzentrationsspiel, eine zweite Arbeitsphase, gefolgt von einer kreativen Einheit vor dem Schulschluss bildeten den zweiten Tagesabschnitt.

Die Pandemie habe viele Probleme deutlicher zutage befördert, sagt Nohr. Sie betrachte das als Chance, diese Probleme anzugehen. Die Beteiligten hielten eine Fortführung und Ausweitung des Projekts für alle Beteiligten für sinnvoll.

Alle beteiligten sind sich einig, dass die Projektergebnisse zum Beginn des neuen Schuljahres gemeinsam mit den Lehrern ausgewertet werden und in weitere Entscheidungen einfließen sollen.