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Katrin Birkhölzer leitet das Jugendzentrum in Neu-Vilich : Die gute Seele des Hauses im Park

Katrin Birkhölzer leitet das Jugendzentrum in Neu-Vilich : Die gute Seele des Hauses im Park

Katrin Birkhölzer hält im Kinder- und Jugendzentrum des Kleinen Muck die Fäden zusammen. Seit das Haus im Park im Jahr 2004 eröffnet wurde, ist sie dabei.

Katrin Birkhölzer hat ihren Traumberuf im Verein Kleiner Muck gefunden. Sie ist als Bereichsleiterin für die Offene Jugendarbeit des Vereins zuständig, wozu das Jugendmobil Speedy und das Jugendzentrum HiP gehören. Das HiP (Haus im Park) in Neu-Vilich bezeichnet sie auch als ihr zweites Zuhause.

Bereits mit 16 Jahren war sie, noch als Schülerin, in der Jugendbetreuung tätig und lernte dabei unter anderem in Sankt Augustin das Prinzip der „Mini-Stadt“ kennen. Als das Haus im Park, kurz HiP genannt, gebaut und 2004 eröffnet wurde, war sie schon mit von der Partie. „Ich hatte gerade das Kolloquium meines Sozialpädagogik-Studiums erfolgreich absolviert, und eine Woche später begann ich hier.“

Direkt von der Theorie in die Praxis. „Im HiP bin ich für alles zuständig.“ Das fängt bei den Finanzen an, geht über hauptsächlich ehrenamtliche Mitarbeiter, die sie sehr sorgfältig auswählt, weiter und hört bei den Projekten noch nicht auf. Denn einerseits müssen Ideen für die Projekte gefunden werden, andererseits müssen Projekte auch finanziert und abgerechnet werden. „Alles muss mit 1,5 Stellen und zahlreichen Ehrenamtlern gestemmt werden“, sagt sie. Ihre Sorge ist, dass mangels Personal einige Projekte zusammenfallen könnten, weil eine Förderung, egal woher, ausfällt. Zuschüsse kommen nicht nur von der Stadt Bonn oder dem Land NRW, sie kommen auch von den Sterntalern Bonn, von Sparkassen und Banken, dem Bonner Spendenparlament oder von der Eventagentur „fünfdrei“, die unter anderem das „Green Juice Festival“ in Vilich oder den „Kulturgarten“ in der Rheinaue auf die Beine gestellt hat.

Von dienstags bis freitags koordiniert Birkhölzer die „Offenen Treffs“ im HiP. Dafür gibt es ein umfangreiches Programm und täglich andere Aktionen, welche sie mit ihrem Team und den Kindern zusammenstellt. Dann kümmert sie sich um alle Projektanträge. „Im Studium habe ich das nicht gelernt“, sagt sie. Psychologie und Soziologie, das sind ihre Fachgebiete. „Aber mit den Kindern bin ich, auch wenn ich im Büro sitze, immer im Kontakt. Ich kenne alle und alle kennen mich, denn ich bin hier inzwischen die Konstante.“

Die „Musikstation“ wurde im Jahr 2009 im HiP ins Leben gerufen. „Gestartet haben wir damals mit der Idee eines Bandcoachings für junge Bands“, erinnert sich Birkhölzer. Inzwischen gibt es die Projektbereiche „On Stage“ „Hörspiel“, „Theater“, „DJ“ sowie „Film“. „Um unsere Projekte professionell umsetzen zu können, haben wir uns ein Netzwerk von Partnern aufgebaut, wodurch wir auf die Unterstützung und das Know-how verschiedener Fachleute zurückgreifen können.“ Mittlerweile ist die Musikstation sogar ein Stützpunkt des NRW-weiten Projektes „create music“ geworden, mit dem überregional junge Bands vernetzt und gefördert werden sollen.

Projekte, so Birkhölzer, werden nicht durch die Leitung initiiert, sondern sie entstehen aus dem Team. „Wir haben einmal ein Hip-Hop-Projekt von oben aufgesetzt, was dann ein totaler Reinfall war.“ Aber als Charlotte Schneider, die mit ihrer Schwester ein kleines Wohnzimmertheater betreibt, vor Jahren mal als Honorarkraft im HiP gearbeitet hat, ist daraus das Theaterprojekt geworden, das seit 2011 mit zwei Aufführungen jährlich zum ständigen Programm des HiP gehört. „Bei vielen Kindern ist das Theaterspielen inzwischen zu einem stolzen Hobby geworden.“ Hinzugekommen ist in diesen Jahren auch das Hörspielprojekt „Kopfkino“. Anne Scherließ schreibt alljährlich die Geschichten der „HiP-Clique“, deren elfte Episode gerade erschienen ist. Ein weiteres Projekt, das seit Jahren läuft, ist die „Kinderkamera“. Michael Schuster, der mehr als sein Jahrespraktikum im HiP absolviert hat, dreht viel mit Kindern als „Kinderreporter“. Im Sommer filmten sie bei „bonnlive“ in der Rheinaue.

Doch mit der Leitung dieser Projekte ist Katrin Birkhölzer noch lange nicht ausgelastet. Als Bereichsleiterin für die Offene Jugendarbeit im Verein Kleiner Muck hat sie nicht nur Aufgaben und Programme zu koordinieren, sondern sie vertritt ihren Bereich auch in Gremien. Dazu gehören das Gremium „AG 78“, in der alle Träger der offenen Jugendarbeit zusammenkommen, der Jugendhilfeausschuss und, da dieser Verein eine katholische Einrichtung ist, muss sie ihr Fachgebiet auch in Veranstaltungen des Erzbistums vertreten. Bei all den Aufgaben und all dem Stress, eines hat sie behalten: die Freude an ihrer Arbeit. „Ich habe es noch keine Sekunde bereut, diesen Berufsweg eingeschlagen zu haben.“