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Weltumwelttag in Bonn: Teilnehmer räumen am Beueler Rheinufer auf

Weltumwelttag in Bonn : Teilnehmer räumen am Beueler Rheinufer auf

Zu mehr Klimagerechtigkeit haben zahlreiche Bonner Initiativen am Samstag beim Weltumwelttag aufgerufen. Mit Infoständen, Kunstaktionen und einer Aufräumaktion präsentierten sich die Organisatoren entlang der Uferpromenade in Beuel.

Es ist fünf vor zwölf. Vier dunkel gekleidete Männer tragen einen Sarg vor das Rondell am China-Schiff. In diesem Moment findet dort die symbolische Beerdigung der fossilen Brennstoffe statt, begleitet von schwerer Cello-Musik. „Schluss mit den fossilen Energien! Ende mit der Kohle!“, ertönt eine Frau durchs Megafon. Spaziergänger bleiben stehen, bestaunen das Kunstprojekt. Mit dieser Aktion eröffnete am Samstag der 50. Weltumwelttag an der Beueler Uferpromenade.

Mehr als 20 Initiativen aus der Region, unter ihnen auch Vertreter von Greenpeace und der Umweltbewegung „Parents For Future“, begingen den weltweiten Aktionstag an diesem Wochenende mit einem Outdoor-Parcours am Rhein. Von der Kennedybrücke bis nach Limperich lockten Infostände zu Müllvermeidung, nachhaltiger Ernährung und anderen Themen rund um den Klimaschutz zahlreiche Besucher an. Am Weltumwelttag zählten auch Biodiversität und Urban Gardening zu den lokalen Themenschwerpunkten, und auch der Protest gegen den Ausbau der A565.

Mit Aktionskunst, Impulsvorträgen und einer Rhein-Aufräum-Aktion setzte das Bündnis ein sichtbares Zeichen für den Klimaschutz. Bei der Veranstaltung wurde auch gefordert, dass Bonn sich als erste deutsche Stadt der Initiative zu einem Vertrag zur „Nichtverbreitung fossiler Energien“ anschließt. „Wir können die Transformation in eine klima- und sozialgerechte Welt schaffen“, ist Veranstalterin Sandra Prüfer überzeugt. Unter dem Motto „Wiederherstellung von Ökosystemen“ ruft sie am Aktionstag zusammen mit anderen Umweltschützern zu einem nachhaltigeren Umgang mit begrenzten Ressourcen und zu mehr sozialer Gerechtigkeit auf.

Ein zentrales Thema am Weltumwelttag 2021 ist die Vermeidung von Plastikmüll. An mehreren Stationen am Rheinufer wurden BonnOrange-Mülltüten ausgegeben, für alle, die sich an der Aufräum-Aktion beteiligen wollten. Viel Abfall dürften die freiwilligen Müllsammler, unter denen auch viele Kinder waren, allerdings nicht gefunden haben, meint Schauspieler Daniel Breitfelder. Nachdem sein Berufszweig von der Pandemie lahmgelegt wurde, suchte er eine sinnvolle Beschäftigung und wollte damit gleichzeitig seiner Umwelt etwas Gutes tun. Seit einem halben Jahr sammelt er deshalb bei seinen Joggingrunden täglich Müll am Rheinufer – in einem bunten Cowboy-Kostüm. „Ich trage auch extra Cowboystiefel über meinen Laufschuhen. Viele Spaziergänger sind irritiert von dem Outfit, und sprechen mich an. Ich glaube, das ist ein guter Weg, um die Aufmerksamkeit auf das Thema Umweltschutz zu lenken und das Bewusstsein für unseren Plastikverbrauch zu steigern“, sagt Breitfelder. Damit nicht noch mehr Plastikmüll über Flüsse in die Meere gelangt, und solche Aufräumaktionen irgendwann überflüssig werden, müsse vor allem weniger Plastik produziert werden.

"Solche Themen waren eigentlich nie mein Ding", meint Jean-Denis Heuper, der an diesem Mittag zufällig am Beueler Rheinufer unterwegs ist. "Aber wie sich die Leute hier für die Generationen nach uns einsetzen, finde ich toll", lobt der 22-Jährige. Auch er wolle seinen Kindern eine saubere Umwelt hinterlassen, dafür müsse jeder einzelne etwas tun.