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Plakate aufgestellt: Bürgerinitiative wehrt sich gegen Bebauung des Meßdorfer Felds

Plakate aufgestellt : Bürgerinitiative wehrt sich gegen Bebauung des Meßdorfer Felds

Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen möchte die Initiative Wähler und Politiker auf den Wert des freien Meßdorfer Feldes für Bonn aufmerksam machen.

Mit Agnes Boesner, Lisa Krane, Jonas Klingel und Rudolf Schmitz traf sich am Endenicher Eingang in das Meßdorfer Feld ein Teil des sogenannten „harten Kerns“ der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes. Es ist der erste Ort, an dem sie eines von drei Bannern aufhängten, das mit den Worten, dass das Feld „auch mit Abstand das Größte“ ist, auf den Schutz des Naherholungsgebietes aufmerksam macht. Weitere Transparente werden in Duisdorf und Meßdorf mit ihren Slogans zum Schutz, Erhalt und auch zum Nutzen der etwa 160 Hektar großen Freifläche auffordern.

„Das Meßdorfer Feld ist gut für das Bonner Klima. Wir wollen, dass es so bleibt. Auch für künftige Generationen“, sagte Schmitz als Sprecher der Bürgerinitiative. Man wehre sich vehement gegen jegliche weitere Bebauung der begehrten Freifläche, ergänzten Krane und Boesner.

Im Hinblick auf die im September anstehenden Kommunalwahlen möchte man die Wähler, die Erholungssuchenden, die Sportler und die Politiker auf den Wert des freien Feldes für Bonn aufmerksam machen. „Ja, sicher“, sagte  Krane, „wir brauchen dringend neuen Wohnraum in Bonn“, aber ob das Problem unbedingt mit einer Bebauung des Meßdorfer Feldes einhergehen müsse, stellt sie infrage. „Da ist einfach etwas mehr Fantasie gefragt“, sagt sie. So könne man beispielsweise einmal behutsam darauf hinweisen, dass viele große Wohnungen von Einzelpersonen bewohnt werden, in denen ganze Familien Platz finden könnten.

Biologischer Anbau ohne Pestizide steigert ökologischen Wert

Auch würde jetzt, wo die Landwirtschaft auf dem Meßdorfer Feld auf biologischen Anbau umgestellt werde, der Wert für Mensch und Natur noch einmal gesteigert. „So viel wie im letzten halben Jahr“, berichtete Boesner über die Erkenntnis von Landwirt Josef Berg, habe dieser in zehn Jahren nicht gelernt. Der Verzicht auf Pestizide fördere nicht nur die Biodiversität, sondern komme auch den landwirtschaftlichen Produkten zugute.

Vor 13 Jahren legte Berg den ersten sechs Meter breiten und rund 600 Meter langen mit Flächenprämien geförderten Blühstreifen an, der nicht nur für eine sich erholende Insektenvielfalt sorgt, sondern auch den Besuchern des Meßdorfer Feldes Freude bereitet. „Überall sieht man jetzt Menschen, die Selfies vor blühendem Klatschmohn machen“, sagte Krane mit einem kritischem Unterton. Denn auch sie hat, wie Anwohnerin Rutha Mende, die Erfahrung gemacht, dass für die naturnahen Selfies oftmals die Wege verlassen werden. „Das ist rücksichts- und respektlos“, ärgert sich Mende, „wie die Menschen querfeldein in die Blühstreifen latschen.“

Es sei eine Schande, betont sie. Man könne sich doch auch ohne ein Betreten an der Farbenpracht von Korn- und Mohnblumen oder dem Duft der Kamille und dem Treiben der Insekten freuen. Obwohl Schilder darauf hinwiesen, die Blühstreifen zu schützen, seien es vor allem fotografierende Besucher, die Schneisen von niedergetretenen Pflanzen hinterließen. „Überall finden sie jetzt diese Spuren“, sagte Mende und hofft, dass ihre aufmerksamen Beobachtungen an den GA vielleicht bei dem ein oder anderen „Frevler“ Wirkung zeigen könnte.